Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Frauen: Todesursache Nr.1 unterschätzt

Aktuelles

Zwei nette, alte Damen beim Tee

Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden bei Frauen weniger häufig erkannt und behandelt.
© Model colourbox.de/Monkey Business Images

Fr. 06. März 2015

Todesursache Nr.1 bei Frauen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind reine Männersache, so die landläufige Meinung. Zum Internationalen Frauentag am 8. März räumen europäische Herz-Experten mit dieser Fehleinschätzung auf: In Europa gehen Todesfälle bei Männern "nur" in 42 Prozent auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück, bei den Frauen sind sie in 51 Prozent der Todesfälle die Ursache.

Anzeige

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind damit der unterschätzte Top-Killer bei Frauen. Auf das Konto von Brustkrebs, der gefühlt stärksten Todesursache bei Frauen, gehen dagegen nur 3 Prozent der Todesfälle. Dr. Susanna Price, Kardiologin und Sprecherin der European Society of Cardiology sagt: "Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird sowohl von der Öffentlichkeit unterschätzt, als auch von den Ärzten." Es werde häufig angenommen, dass das Hormon Östrogen Frauen schütze. "In der Realität verlagert es den Beginn von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aber lediglich um zehn Jahre nach hinten", betont Price. Diese Fehlannahme habe zur Folge, dass Risikofaktoren bei Frauen oft nicht behandelt werden, wodurch sie nach der Menopause anfälliger für Herzinfarkt, Herzschwäche und plötzlichen Herztod seien.

Ein weiterer Grund, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen weniger häufig erkannt und behandelt werden, liege daran, dass die Symptome oft atypisch seien, erklärt die Kardiologin. Statt mit Schmerzen im Brustbereich kündigt sich ein Herzinfarkt bei Frauen oft mit Übelkeit und Erbrechen, Kurzatmigkeit, Müdigkeit, Herzflattern oder Ohnmacht an.

Daneben gebe es weitere Fakten, die laut Price weniger bekannt seien. So verdopple bei Männern Typ-2-Diabetes das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mehr als dreifach so hoch werde es dadurch jedoch bei Frauen. Auch Rauchen wirke sich bei Frauen schädlicher aus als bei Männern, weil sie Nikotin schneller verstoffwechselten, besonders wenn sie zur Verhütung die Pille einnehmen, warnt die Ärztin.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Cannabidiol als Antibiotikum entdeckt

Die Substanz, die aus Cannabis gewonnen wird, wirkt sogar gegen resistente Bakterien.

Angst vor Essen macht krank

Wer viele Nahrungsmittel meidet, hat ein höheres Risiko für diverse Krankheiten.

Mit Joghurt gegen Darmkrebs

Schon zwei Portionen pro Woche könnten das Risiko deutlich senken.

Postnatale Depression betrifft auch Männer

Nicht nur Frauen können nach der Geburt ihres Kindes in ein Stimmungstief fallen.

Blutdrucksenker gegen Alzheimer?

Der Wirkstoff Nilvadipin verbessert offenbar die Hirndurchblutung.

Hautkrebs-Diagnose durch Computer?

Künstliche Intelligenz schlägt Ärzte bei der Diagnose von Hautkrebs.

Teenager: Machen Videospiele dick?

Forscher sind zu einem überraschenden Ergebnis gekommen.

Tropische Zecken haben überwintert

Die Hyalomma-Zecke wurde in den vergangenen Tagen wieder in Deutschland gesichtet.

Wenig Obst und Gemüse macht krank

Falsche Ernährung könnte jährlich für Millionen Todesfälle verantwortlich sein.

DNA-Roboter bekämpfen Brustkrebs

Die Nanoroboter sind dazu in der Lage, Brustkrebszellen im Körper abzutöten.

Ist die menschliche Ausdauer begrenzt?

Eine Studie zeigt, warum Sportler nicht ständig neue Rekorde brechen können.

Alzheimer vorbeugen durch Zähneputzen

Offenbar besteht ein Zusammenhang zwischen Alzheimer und Zahnfleischerkrankungen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen