Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Diabetes: Naturstoff vermehrt Beta-Zellen

Aktuelles

Forscherin im Labor mit Schutzbrille beim Pipettieren

Die Substanz, die bei der Untersuchung von mehr als 100.000 potenziellen Arzneistoffen herausstach, war das sogenannte Harmin.
© Model colourbox.de/Pressmaster

Di. 10. März 2015

Diabetes: Naturstoff vermehrt insulinproduzierende Zellen

Typ-1-Diabetikern mangelt es an insulinproduzierenden Zellen, auch Beta-Zellen genannt. Bei der Suche nach einem Wirkstoff, der dafür sorgt, dass es wieder mehr dieser Zellen gibt, haben US-Forscher in einem Naturstoff jetzt einen vielversprechenden Kandidaten gefunden.

Anzeige

Die Substanz, die bei der Untersuchung von mehr als 100.000 potenziellen Arzneistoffen herausstach, war das sogenannte Harmin. Dabei handelt es sich um einen Naturstoff, der wegen seiner Wirkung auf das zentrale Nervensystem bekannt ist und unter anderem in der Steppenraute (Peganum harmala) vorkommt. Wie Forscher des Mount Sinai Hospital in New York in der Fachzeitschrift Nature Medicine berichten, war diese Substanz die einzige, die menschliche insulinproduzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse dazu brachte, sich zu vermehren. In Zellkulturen regte Harmin erwachsene Beta-Zellen dazu an, sich zu teilen und zu vervielfachen. Außerdem verdreifachte sich in Mäusen mit Diabetes durch den Naturstoff die Anzahl an Beta-Zellen, und auch die Blutzuckerkontrolle verbesserte sich, schreiben die Forscher.

Für die Suche nach Medikamenten, mit denen Typ-1-Diabetes an der Wurzel gepackt werden kann, könnte diese Entdeckung ein Meilenstein sein, hoffen die Wissenschaftler. Der Verlust der Beta-Zellen gilt als Ursache für Typ-1-Diabetes, einer Form der Zuckerkrankheit, bei der sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet und die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört. Neuere Studien haben zudem gezeigt, dass ein Mangel an funktionierenden Beta-Zellen auch zu Typ-2-Diabetes beiträgt. In weiteren Studien wollen die Forscher nun an der Entwicklung von Medikamenten auf Harmin-Basis arbeiten. Eine der Hürden dürfte darin liegen, die Effekte, die der Naturstoff auf das Gehirn hat, zu umgehen.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Interessante Theorie zur Arteriosklerose

Deutscher Herzchirurg stellt die bisherige Lehrmeinung infrage.

Feinstaub kann Viren wecken

Nanopartikel aus Abgasen reaktivieren Krankheitserreger im Lungengewebe.

Asthma: neue Leitlinien geplant

Die Asthmatherapie wird genauer, individueller und flexibler als früher.

Biosensoren spüren Krankheiten auf

Tragbare Sensoren am Körper könnten zur Früherkennung vieler Krankheiten beitragen.

Yoga lindert Rückenschmerzen

Regelmäßige Übungen verbessern die Beweglichkeit und lindern Schmerzen.

Achillessehnenriss: OP nicht immer nötig

Auch eine konservative Behandlung mit abnehmbarem Schuh zeigt gute Ergebnisse.

Rotes Fleisch fördert Darmentzündungen

Mit kleinen Änderungen im Speiseplan lässt sich das Risiko jedoch senken.

Stottern: Hirn schlecht durchblutet

Forscher sind auf der Suche nach der Ursache für die Sprachstörung.

Säureblocker erhöhen die Infektionsgefahr

Magen-Darm-Keime haben es leichter, wenn Medikamente die Magensäure reduzieren.

Hörverlust durch Eisenmangel?

Ein Mangel kann zu Blutarmut führen und weitreichende Folgen haben.

JQ1 lässt Hodenkrebs schrumpfen

Ein neuer Arzneistoff wirkt im Tierversuch bei schwer behandelbaren Krebsformen.

Arzneistoff-Duo dreht Krebs den Saft ab

Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Diabetesmittel Metformin.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen