Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Forscher finden zwei Arten von Depressionen

Aktuelles

Traurige junge Frau (um die 20), blond auf dem Boden sitzend, an Treppenstufe gelehnt, Kopf auf angezogenen Knien

Depression ist nicht gleich Depression: Entsteht sie durch einen Mangel am Botenstoff Serotonin im Gehirn, stehen depressive Verstimmung, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit im Vordergrund.
© Model colourbox.de

Sa. 21. März 2015

Forscher finden zwei Arten von Depressionen

Der Mangel an verschiedenen Botenstoffen im Gehirn verursacht jeweils unterschiedliche Arten von Depressionen. Das haben Forscher aus der Schweiz nachgewiesen. Dieser Befund könnte dazu beitragen, den Einsatz von Antidepressiva besser auf den Depressionstyp abzustimmen und dadurch ihre Wirksamkeit zu erhöhen.

Anzeige

Depression ist nicht gleich Depression: Manche entstehen durch einen Mangel am Botenstoff Serotonin im Gehirn, andere durch einen Mangel an Noradrenalin; ebenfalls ein Botenstoff. Bei Serotonin-Mangel stehen depressive Verstimmung, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit im Vordergrund, während Patienten mit Noradrenalin-Mangel eher unter Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche und Ängstlichkeit leiden, schreiben die Forscher Gregor Hasler und Philipp Homan in der Fachzeitschrift Translational Psychiatry. Bislang konnte die Forschung die beiden Typen nicht unterscheiden, was den Einsatz von Antidepressiva erschwerte – diese wirken jeweils nur auf einen bestimmten Botenstoff. "Dieses neue Verständnis für den individuellen Krankheitsverlauf könnte uns dabei helfen, künftige medikamentöse Behandlungen gezielt auf einzelne Patienten abzustimmen", erläutert Hasler.

An der Studie nahmen 45 Personen teil, die in der Vergangenheit an einer schweren Depression erkrankt, jetzt aber soweit gesund waren, dass sie keine Medikamente mehr dagegen einnehmen mussten. Als Kontrollgruppe dienten 40 Personen ohne aktuelle oder zurückliegende psychische Erkrankung. Mittels einer speziellen Diät beziehungsweise eines Wirkstoffs wurden die Teilnehmer künstlich in einen Serotonin- oder Noradrenalin-Mangelzustand versetzt. Die ehemals depressiven Patienten, nicht aber die Kontrollpersonen, entwickelten daraufhin depressive Beschwerden. Dabei dominierten je nach fehlendem Botenstoff unterschiedliche Symptome, schreiben die Autoren vom Universitätsklinikum Bern.

RF/PZ

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Stress ist so ungesund wie Fast Food

Eine neue Studie deutet darauf hin, dass Stress das Darmmikrobiom verändert.

Erkältung: viral oder bakteriell?

Ein neuer Marker könnte diese Unterscheidung in Zukunft erheblich vereinfachen.

Insulinpumpe nutzt jungen Diabetikern

Jugendliche Typ-1-Diabetiker haben bei dieser Art der Therapie weniger Komplikationen.

Omega-6-Fettsäuren schützen vor Diabetes

Bestimmte Fette könnten das Risiko für Typ-2-Diabetes senken.

124 Millionen Kinder sind fettleibig

Bereits in 5 Jahren könnte es mehr fettleibige als untergewichtige Kinder geben.

Sport hält zehn Jahre jünger

Sportler haben eine bessere Motorik und weniger Gesundheitsprobleme.

Fleisch erhöht Diabetes-Risiko

Dafür ist offenbar der hohe Gehalt an tierischem Eisen verantwortlich.

Nahrungsergänzung oft überdosiert

Viele Präparate für stillende Mütter überschreiten die Höchstmengen-Empfehlungen.

Sport schützt vor Depressionen

Schon eine Stunde Bewegung pro Woche reicht aus, wie eine neue Studie zeigt.

Kinder leiden, wenn Mama schlecht schläft

Wenn Mütter unter Schlafproblemen leiden, überträgt sich das häufig auf die Kinder.

Waldnahes Wohnen beeinflusst Gehirn

Wer nahe am Wald wohnt, zeigt gesündere Hirnstrukturen und kann besser mit Stress umgehen.

Milchersatz-Produkte haben zu wenig Jod

Das Spurenelement findet sich nur in sehr geringer Menge in Soja-, Mandelmilch und Co.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen