Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Ist Alzheimer eine Kreislauf-Erkrankung?

Aktuelles

Porträt eines sehr alten Mannes mit eingefallenen Wangen

Die Alzheimer-Erkrankung betrifft vor allem Menschen über 60 Jahre.
© Model colourbox.de

Do. 26. März 2015

Ist Alzheimer eine Herz-Kreislauf-Erkrankung?

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form von Demenz und könnte in naher Zukunft 100 Millionen Menschen weltweit betreffen. Bisher waren sich Wissenschaftler recht sicher, dass die Ursache der degenerativen Erkrankung im Gehirn zu suchen ist. Australische Forscher rütteln jetzt jedoch an dieser Überzeugung.

Anzeige

In der Fachzeitschrift Journal of Alzheimer Disease präsentieren die Wissenschaftler einen alternativen Erklärungsansatz. Die Alzheimer-Krankheit hätte demnach ihren Ursprung in einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems, nicht im Gehirn. "Altersbedingte Demenz ist das Resultat von unbemerkten Blutungen im Gehirn", sagt Professor Jonathan Stone von der University of Sydney. Diese entstünden durch die lebenslange, schädigende Wirkung des Herzschlags auf kleinste Blutgefäße im Gehirn. Da die Hauptschlagader mit zunehmendem Alter an Elastizität einbüße, erhöhe sich die Intensität, mit der das Blut in die Gefäße fließe. Das wirke auf Dauer zerstörerisch, erläutert der Neurobiologe. Der Verlust von Nervenbahnen und das typische Bild der Alzheimer-Krankheit im Gehirn träten erst als Folge davon auf, ist Stone überzeugt.

Für ihre Theorie sprechen den Forschern zufolge Studien, die belegten, dass Menschen, die Blutdruckmedikamente einnahmen, ein geringeres Demenz-Risiko hatten. Darüber hinaus teilen sich Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen offenbar einige Risikofaktoren, darunter Bluthochdruck, zu hohe Werte für LDL-Cholesterin, Rauchen und Übergewicht. Mit ihrem neuen Ansatz widersprechen die Forscher um Stone der gängigen Meinung, dass Alzheimer eine Krankheit des Gehirns ist, die durch Proteinablagerungen entsteht, welche die Signalwege und Funktion der Nervenbahnen stören. Ob diese Ablagerungen tatsächlich die Ursache der Gehirnerkrankung oder eine Begleiterscheinung sind, sei jedoch noch unklar, so die Forscher. Sollte sich ihre neue Theorie bestätigen, müsse sowohl für die Therapie mit Medikamenten als auch für die Forschung ein radikales Umdenken erfolgen.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Schnupfen-Sekret gibt Hinweis auf Erreger

Ein einfacher Test könnte zeigen, ob es sich um einen viralen oder bakteriellen Infekt handelt.

Parodontitis deutet auf Diabetes hin

Je schwerer die Entzündung, desto höher ist das Risiko für die Zuckerkrankheit.

Was bringt eine Testosteron-Therapie?

Forscher warnen: Dem Nutzen stehen auch Risiken gegenüber.

Fettes Essen schadet dem Körper sofort

Schon eine fettreiche Mahlzeit verändert den Zuckerstoffwechsel.

Was schützt wirklich vor Mückenstichen?

Forscher haben diverse Produkte zur Insektenabwehr getestet.

Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Ein Impfstoff mit lebendigen Erregern verspricht einen vollständigen Schutz.

Vitamin D schützt vor Erkältung und Grippe

Eine regelmäßige Einnahme halbiert das Risiko für einen akuten Atemwegsinfekt.

Immuntherapie: Zwei Jahre sind zu wenig

Eine länger andauernde Behandlung lindert Heuschnupfen-Symptome besser.

Mittelmeerkost schützt das Herz

Vor allem eine Extraportion Olivenöl wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.

Fischöl hilft bei allergischem Asthma

Für den positiven Effekt sind die Omega-3-Fettsäuren verantwortlich.

Sorgen Entzündungen für Depressionen?

Forscher haben einen neuen Ansatz zur Behandlung von Depressionen gefunden.

Woher kommen die Rückenschmerzen?

Durch einige Hinweise lässt sich eingrenzen, wo die Ursache für die Schmerzen liegt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen