Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Pestizide in Obst schaden Spermien

Aktuelles

Mann, Businesshemd, Schlips, beim Einkaufen von Obst, gelbe Paprika in einer Hand, Einkaufstasche in der anderen

Obst und Gemüse wie Paprika, Spinat, Erdbeeren, Äpfel und Birnen gelten als besonders mit Pestiziden belastet.
© Robert Kneschke - Fotolia

Mi. 01. April 2015

Pestizide in Obst und Gemüse schaden Spermien

Den herzhaften Biss in ein Stück Paprika, eine Tomate oder eine Erdbeere könnte Männern mit Kinderwunsch eine neue Studie vermiesen. In dieser haben US-Forscher Hinweise darauf gefunden, dass Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Obst und Gemüse, sogenannte Pestizide, die Samenqualität von Männern verschlechtern.

Anzeige

Die Pestizidbelastung von Obst und Gemüse könnte sich sowohl auf die Spermienzahl als auch auf den Anteil normal geformter Spermien auswirken. Das zeigt die Studie von Forschern um Professor Jorge Chavarro von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston. Männer, die größere Mengen an Obst und Gemüse aßen, das häufiger mit Pestiziden belastet ist, hatten eine fast um die Hälfte geringere Spermienzahl im Vergleich zu Männern, die nur wenig davon aßen. Das berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Human Reproduction. Darüber hinaus lag der Anteil der normal geformten Spermien um 32 Prozent niedriger. Keinen Unterschied fanden die Forscher bei Studienteilnehmern, die Obst und Gemüse aßen, das in der Regel weniger stark mit Pestiziden belastet ist.

Die Forscher hatten für ihre Studie Samenproben von 155 Männern, die ein Kinderwunschzentrum aufgesucht hatten, unter die Lupe genommen. Um die Pestizidbelastung von Obst und Gemüse einzustufen, verwendeten sie jährlich erhobene Daten des US-Landwirtschaftsministeriums. In die Kategorie mit höheren Pestizidmengen fielen danach zum Beispiel Paprika, Spinat, Erdbeeren, Äpfel und Birnen. Als kaum oder moderat belastet galten Sorten wie Erbsen, Bohnen, Grapefruit und Zwiebeln. "Unsere Ergebnisse sollten allerdings niemanden generell davon abhalten, Obst und Gemüse zu essen", sagt Chavarro. Denn zwischen der verzehrten Menge selbst und der Samenqualität bestünde kein Zusammenhang. Im Hinblick auf die Samenqualität könnte es jedoch gut sein, auf mögliche Pestizidrückstände zu achten und entweder zu biologisch angebautem Obst und Gemüse zu greifen oder Sorten zu bevorzugen, die als weniger stark belastet gelten.

Die Forscher weisen allerdings auch darauf hin, dass ihre Studie einige Einschränkungen habe. So kämen zum Beispiel Probleme mit der Samenqualität bei Studien mit Männern, die eine Fruchtbarkeitsklinik aufsuchten, wahrscheinlich häufiger vor als in der Gesamtbevölkerung. Um mit Sicherheit sagen zu könne, dass die Ergebnisse auch Allgemeingültigkeit besitzen, seien noch weitere Studien notwendig.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

5 Tipps für Wirkstoffpflaster

Ein Apotheker erklärt die Tücken von Nikotin-, Hormon- und Schmerzpflastern.

Ab 50: Sport stärkt das Hirn

Eine Kombination aus Ausdauer- plus Krafttraining scheint günstig zu sein.

Führt Cannabis-Konsum zu Psychosen?

Forscher sind dieser gängigen Annahme auf den Grund gegangen.

Gängige Pille drückt die Stimmung

Eine der häufigsten Wirkstoffkombinationen zur Verhütung scheint die Lebensqualität zu senken.

Herzinfarktform, die eher Jüngere betrifft

Die spontane Koronardissektion tritt häufiger bei Frauen auf.

Ständig laufende Nase durch dreckige Luft

US-Forscher zeigen, welche Prozesse Feinstaub in Nase und Nebenhöhlen auslöst.

Viele Kinder schlafen im Bett der Eltern

Nicht nur Babys: Das setzt sich teilweise bis ins Teenager-Alter fort.

Migräne: Welche Rolle spielt das Gewicht?

Forscher haben analysiert, ob Unter- oder Übergewicht das Risiko erhöht.

Frische Früchte beugen Diabetes vor

Auch Diabetiker profitieren, wenn sie regelmäßig Obst essen.

Vor dem Sport essen oder nicht?

Wer abnehmen möchte, verzichtet vor dem Training besser auf eine Mahlzeit.

Virus führt zu Gluten-Unverträglichkeit

Ein bisher für harmlos gehaltenes Virus könnte die Autoimmunkrankheit Zöliakie auslösen.

Antibiotikum hilft bei Ängsten

Der Wirkstoff Doxycyclin beeinflusst das emotionale Gedächtnis.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen