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Diagnose Brustkrebs: Häufig werden falsche Befunde gemacht.

Um eine falsche Diagnose zu verhindern, beurteilen nach einem Brustkrebs-Screening zwei Ärzte unabhängig voneinander das Röntgenbild.
© Sven Bähren - Fotolia

Fr. 14. August 2015

Brustkrebs: Mehr Ärzte sorgen für eine bessere Diagnose

Brustkrebs ist der am häufigsten diagnostizierte Krebs bei Frauen. Breit angelegte Mammographie-Screening-Programme sollen die Erkrankung frühzeitig erkennen. Doch obwohl üblicherweise zwei Ärzte die Röntgenaufnahmen beurteilen, wird nicht immer eine richtige Diagnose gestellt. Eine neue Studie zeigt, wie sich das verhindern lassen könnte.

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"Bereits fünf unabhängige Einschätzungen von Ärzten genügen, um die Befundgenauigkeit bei der Brustkrebsdiagnose erheblich zu verbessern", sagt Dr. Max Wolf vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin. Gemeinsam mit einem Team aus mehreren Fachrichtungen untersuchte der Verhaltensbiologe, wie sich das Brustkrebs-Screening verbessern lässt. "In der Regel wird ein Mammogramm von zwei Ärzten untersucht", erklärt er. "Wir wollten herausfinden, ob ein Ansatz, der die unabhängigen Einschätzungen von mehreren, sagen wir drei, fünf oder sogar zehn Ärzten berücksichtigt, deutlich bessere Ergebnisse erzielen kann." Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler umfangreiche Mammographie-Datensätze, in dem über einhundert Radiologen unabhängig voneinander jeweils mehr als einhundert Mammogramme beurteilten.

Auf Grundlage dieser Daten konnten die Forscher zeigen, dass bereits fünf unabhängige Befunde zu einem Ergebnis führen, das selbst die Genauigkeit des besten Arztes deutlich übertrifft. Auf diese Weise konnte die Anzahl der falsch positiven Befunde (Krebsdiagnose, obwohl kein Krebs vorliegt), als auch die Anzahl der falsch negativen Befunde (Diagnose krebsfrei, obwohl Krebs vorliegt) gesenkt werden. "Das Verfahren ist sehr einfach und ließe sich leicht automatisieren und in das Screening-Programm eingliedern", sagt Wolf. Die medizinischen Gutachter würden dann unabhängig voneinander am Computer die digitalen Röntgenaufnahmen beurteilen. Anschließend könnte eine Software auf Basis dieser Einzeleinschätzungen den Befund ermitteln. Unbegrenzt viele Ärzte-Meinungen brauche es dafür nicht: Ab einer Anzahl von etwa acht unabhängigen Einschätzungen flache der zusätzliche Nutzen sogar deutlich ab.

NK

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