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Ein Mittel gegen Alkoholmissbrauch weckt schlafende HI-Viren.

Die Immunschwächekrankheit AIDS hat einen Teil ihres Schreckens verloren. Doch Forscher suchen nach wie vor nach einem Heilmittel.
© Syda-Productions - Fotolia.com

Di. 01. Dezember 2015

Anti-Alkohol-Mittel jagt AIDS-Erreger

Zwar hat die Immunschwächekrankheit AIDS einen Teil ihres Schreckens verloren. Doch ist sie noch lange nicht aus der Welt oder heilbar. Daran erinnert der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. Jetzt haben Forscher eine vielversprechende Studie veröffentlicht: Ein Mittel gegen Alkoholabhängigkeit ist offenbar dazu in der Lage, "schlafende" HI-Viren zu wecken.

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Viele Viren haben die Eigenschaft, sich im Körper zu verstecken und erst nach einer gewissen Zeit wieder aktiv zu werden. Ein bekanntes Beispiel: die Gürtelrose. Sie wird durch die Erreger der Windpocken ausgelöst, die sich nach dem Infekt jahrelang verborgen gehalten haben.

Ähnliches gilt auch für die HI-Viren. Wie Forscher aus Australien und den USA aktuell berichten, war das Anti-Alkohol-Medikament Disulfiram in der Lage, menschliche Immunschwäche-Viren aus ihrem "Versteck" zu holen und damit bekämpfbar zu machen. Dies ließ sich bei den damit behandelten Patienten an erhöhten Mengen von Virenerbgut im Blutplasma ablesen. Disulfiram ist ein Wirkstoff, der ursprünglich gegen Alkoholabhängigkeit eingesetzt wird. In Kombination mit Alkohol führt er zu Übelkeit, Herzrasen und Kopfschmerzen.

Derzeit lässt sich die Immunschwächekrankheit zwar eindämmen, aber nicht heilen. Menschen, die mit HI-Viren infiziert sind, müssen deshalb ein Leben lang Medikamente einnehmen, welche die Vermehrung der Viren im Körper unterdrücken. Sollte es gelingen, Medikamente zu entwickeln, die HI-Viren vollständig vernichten, wäre es wichtig, auch die "versteckten" Viren zu erwischen. Die schlafenden Erreger zu wecken, könnte daher ein wichtiger Schritt im Kampf gegen HIV sein. Zuvor müssten sich die Ergebnisse aus der kleinen Studie mit 30 Studienteilnehmern allerdings noch in größeren Studien bestätigen.

HH

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