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Bei Prostatakrebs reicht eine Biopsie mitunter nicht aus.

Zellveränderungen im Gewebe, die bei Krebs auftreten, kann ein Arzt nach einer Biopsie feststellen.
© science photo - Fotolia.com

Mo. 26. September 2016

Prostatakrebs: Ist eine Biopsie ausreichend?

Im Fall von Prostatakrebs reicht eine einzelne Biopsie womöglich nicht aus, um die richtige Therapie zu wählen. Diesen Schluss lässt eine Studie aus den USA zu, deren Ergebnisse jetzt im Fachblatt European Urology veröffentlicht wurden.

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Die meisten Tumore der Prostata wachsen langsam und sind nicht lebensgefährlich. Das gilt jedoch nicht für alle. Einen Hinweis darauf, wie aggressiv ein Tumor ist und mit welcher Therapie er folglich am besten behandelt wird, liefert der sogenannte genetische Fingerabdruck. So einfach, wie es klingt, ist es allerdings offenbar nicht. Wie die aktuelle Studie belegt, können sich sogar bei einem einzelnen Patienten verschiedene Prostatatumore genetisch voneinander unterscheiden. "Wir haben die molekulare Zusammensetzung verschiedener bösartiger Tumore, die in der Prostata eines Patienten vorkamen, untersucht und fanden eine Vielzahl genetischer Unterschiede zwischen den Tumoren", sagt Dr. Hannelore Heemers von der Cleveland Clinic. Hochrisiko-Prostatatumore können sich demnach zwischen Patienten, zwischen verschiedenen Tumoren und sogar zwischen den verschiedenen Bereichen eines Tumors genetisch unterscheiden. Daraus schließen Heemers und Kollegen, dass die Informationen von einer einzelnen Krebs-Biopsie unter Umständen nicht ausreichen, um die beste Therapie-Entscheidung zu treffen.

Die Studie deutet somit auf die Schwächen der gängigen Praxis hin. Treten an der Prostata mehrere Tumore auf einmal auf, werde meist nur der genetische Fingerabdruck des größten Tumors untersucht, so die Krebsforscher. Kleinere, aber aggressivere Tumore könnten so unentdeckt bleiben. Ärzte sollten die Informationen solcher Gentests mit Vorsicht nutzen, da sie vielleicht nicht vom aggressivsten Tumorteil stammten, schreiben die Wissenschaftler. Sie betonen, dass die personalisierte Therapie aufgrund von Genanalysen noch in den Anfängen stecke. Um noch verlässlichere Prognosen aufgrund der Gene treffen zu können, seien noch viele weitere, größere Studien notwendig.

HH

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