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Hin und wieder überleben die krankmachenden Bakterien trotz Antibiotika-Behandlung.

Hin und wieder überleben die krankmachenden Bakterien trotz Antibiotika-Behandlung.
© Ocskay Bence - Fotolia

Mo. 02. Januar 2017

Antibiotika: Manchmal überleben auch nicht resistente Keime

Bakterien, die gegenüber Antibiotika empfindlich sind, dürften eine Therapie mit diesen Medikamenten eigentlich nicht überstehen. Trotzdem gelingt ihnen das manchmal. Eine Erklärung dafür könnte eine neue Studie liefern. Darin zeigt sich eine Art Nachbarschaftshilfe, die den Bakterien das Überleben sichert.

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Sind gleichzeitig genug Antibiotika-resistente Bakterien anwesend, schützen sie ihre empfindlichen Artgenossen. Dies zeigte ein Laborversuch, in dem sich antibiotikaresistente Staphylokokken und nicht resistente Streptokokken gemeinsam in einem Nährmedium befanden, das mit einem Antibiotikum versetzt war. Wie zu erwarten war, vermehrten sich die resistenten Bakterien, nicht aber die für das Antibiotikum empfindlichen Keime. Letztere begannen jedoch nach einer gewissen Zeit ebenfalls, sich zu vermehren, - zum Teil wuchsen sie sogar über die resistenten Bakterien hinaus. Das berichten niederländische und US-amerikanische Mikrobiologen online im Fachmagazin PLOS Biology.

Die Wissenschaftler erklären dies folgendermaßen: Die dank eines speziellen Erbfaktors resistenten Bakterien hätten das Antibiotikum aufgenommen und unwirksam gemacht. An einem gewissen Punkt sei die Konzentration des Medikaments dadurch unter einen kritischen Wert gefallen, so dass auch nicht resistente Bakterien wachsen können. Versuche mit Mäusen bestätigten die Forschungsergebnisse: So überlebten nicht resistente Streptokokken eine Antibiotika-Behandlung, wenn die Tiere gleichzeitig mit resistenten Bakterien infiziert worden waren. Das Erbgut, das die Resistenz fördert, sei dabei aber nicht unter den Bakterien weitergegeben worden, so die Wissenschaftler.

Das Problem der Antibiotika-Resistenz scheint viel komplizierter zu sein, als bisher gedacht, warnen die Forscher. Als Konsequenz sprechen sie sich für einen noch vorsichtigeren Einsatz von Antibiotika und eine personalisierte Therapie aus. Dabei werden die Bakterien, die einen Patienten befallen haben, auf Erbgut für Antibiotikaresistenzen hin untersucht, so dass man die Keime nicht mit unwirksamen Antibiotika bekämpft.

HH

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