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Zur Asthmatherapie gehören oft Medikamente zum Inhalieren. Dabei kommt es auf die richtige Technik an. Arzt oder Apotheker, erklären, wie es geht.

Zur Asthmatherapie gehören oft Medikamente zum Inhalieren. Dabei kommt es auf die richtige Technik an. Arzt oder Apotheker, erklären, wie es geht.
© Katarzyna Leszczynsk - Fotolia.com

Mo. 16. Januar 2017

Asthma: neue Leitlinien, neue Hoffnungen

Anfang dieses Jahres soll eine neue Leitlinie die Therapie des Asthmas entscheidend verbessern. Die Referenten bei der diesjährigen internationalen Fortbildungswoche der deutschen Bundesapothekerkammer in Schladming wagten einen Blick in diese nahe Zukunft und stellten die Medikamente vor. Entscheidende Botschaft: Je nach Ursache muss völlig unterschiedlich therapiert werden. Auf die richtige Diagnose kommt es an!

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Die Asthmatherapie wird genauer, individueller, flexibler und bekämpft deutlicher die Ursachen. Das betonten gleich drei der Referenten bei diesem Fortbildungskongress der Apotheker. Viel stärker als bisher wird es auf die genaue Ursachenforschung beim einzelnen Patienten ankommen. Denn die neuen Medikamente greifen gezielt in die komplexe molekulare Kaskade der Asthmaentstehung ein. Und die ist höchst unterschiedlich.

Grob unterscheiden muss man zwischen allergischen Asthmaformen, bei denen hohe Konzentrationen an bestimmten Antikörpern (IgE) für eine Eskalation sorgen, allergischen Formen, bei denen eher bestimmte Abwehrzellen (T-Zellen) den Prozess befördern, allergischen Formen mit Beteiligung bestimmter Unterfraktionen von Blutkörperchen (Eosinophile) und dem nicht-allergischen, sogenannten intrinsischen Asthma.

Da gibt es also viel zu tun für den untersuchenden Arzt. Insbesondere für die Menschen mit Asthma unter IgE-Beteiligung gibt es gute Nachrichten: Gegen die IgE-Antikörper stehen jetzt Antikörper zur Verfügung – also IgE-Antikörper-Antikörper. Zu den Substanzen zählen das schon länger erhältliche Omalizumab und Ligelizumab, das bald neu auf den Markt kommt, sagte Professor Dr. Gerd Bendas vom Pharmazeutischen Institut der Uni Bonn. Die neue Leitlinie wird voraussichtlich vorschlagen, diese Substanzen bei all denjenigen zusätzlich einzusetzen, die ihr IgE-verursachtes Asthma auch mit Dauergabe von Kortison nicht ausreichend in den Griff bekommen.

Was sich ebenfalls mit der neuen Leitlinie ändern wird: Schon in der ersten von fünf Behandlungsstufen kann Kortisonspray eingesetzt werden. Und die Therapie soll flexibel auf den aktuellen Zustand des Patienten Rücksicht nehmen: in anfallsfreien Zeiten die Medikation eventuell zurückfahren, bei Anfällen aber sofort drastisch erhöhen. Dafür braucht der Patient einen genauen und alle Eventualitäten abdeckenden Medikationsplan, betonte Professor Dr. Michael Schmidt aus Höchberg.

Die Frage, ob die Atemnot überhaupt Asthma ist, lässt sich laut Schmidt an vier Symptomen festmachen:

  • Es pfeift beim Ausatmen,
  • man ist kurzatmig,
  • der Brustkorb fühlt sich verengt an,
  • man hustet.

Wer beispielsweise Atemnot beim Einatmen hat, leidet vermutlich nicht unter Asthma sondern unter einer anderen chronischen Bronchialkrankheit, der COPD.

JPL

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