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Entzündungen könnten möglicherweise an der Entstehung von Depressionen beteiligt sein.

Ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn kann die Entstehung einer Depressionen begünstigen.
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Fr. 10. Februar 2017

Sind Entzündungen für Depressionen verantwortlich?

In Deutschland leiden derzeit rund vier Millionen Menschen an einer Depression. Die Ursachen für die psychische Erkrankung sind noch immer nicht abschließend geklärt. Forscher der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben nun einen Zusammenhang zwischen Immun-Botenstoffen, die bei einer Entzündung im Körper freigesetzt werden, und der Entstehung von depressiven Störungen gefunden.

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In der aktuellen Studie konnten die Wissenschaftler erstmalig beim Menschen zeigen, dass im Verlauf einer akuten Entzündung die Konzentration des Immunbotenstoffs Interleukin-6 (IL-6) nicht nur im Blut, sondern auch deutlich in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit ansteigt. Dieser Anstieg hing dabei deutlich mit den von den Studienteilnehmern berichteten depressiven Anzeichen zusammen: Nahm die Konzentration zu, verstärkten sich auch die Symptome. Das berichten die Forscher um Prof. Harald Engler und Prof. Manfred Schedlowski im Fachblatt Nature.

Die Wissenschaftler vermuten, dass IL-6 über die Blutbahn das Gehirn erreichen und hier durch die Veränderung neuronaler Prozesse eine Depression begünstigen könnte. Weiterführende Untersuchungen seien nun nötig, um die genauen Transportmechanismen zu identifizieren, über die IL-6 ins Gehirn gelangt. Die Ergebnisse weisen jedoch auf neue Behandlungsmöglichkeiten einer Depression hin: So sei es beispielsweise denkbar, den Botenstoff durch Medikamente gezielt zu blockieren.

NK

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