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Bei den meisten Geburtsfehlern ist die Ursache unklar.

Wer sich während der Schwangerschaft gesund ernährt und auf Alkohol und Nikotin verzichtet, senkt das Risiko für Geburtsfehler.
© nenetus - Fotolia

Mi. 31. Mai 2017

Bei vielen Geburtsfehlern ist die Ursache unklar

Geburtsfehler können durch äußere Einflüsse während der Schwangerschaft verursacht werden, genetische Ursachen haben oder beides. In sehr vielen Fällen lässt sich der Grund für die Fehlbildung jedoch nicht feststellen, sagen US-Forscher und plädieren für verstärkte Forschungsanstrengungen auf diesem Gebiet.

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Um den Ursachen schwerer Geburtsfehler auf die Spur zu kommen, hatten Wissenschaftler von der Utah School of Medicine die Angaben von Kindern, die zwischen 2005 und 2009 geboren worden waren, genauer unter die Lupe genommen. In diesem Zeitraum wurden etwa 5.500 von 270.000 Kindern mit einer schweren Fehlbildung geboren, das entspricht etwa zwei Prozent. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt The BMJ berichten, konnten sie in ihrer Arbeit nur für jeden fünften Fall eine definitive Ursache finden: In 94 Prozent dieser Fälle waren genetische Defekte der Grund der Fehlbildungen. Vier Prozent konnten die Forscher auf fruchtschädigende äußere Einflüsse wie bestimmte Substanzen oder Viren zurückführen, etwas mehr als ein Prozent stand mit der Geburt von Zwillingen in Zusammenhang. Bei den restlichen 80 Prozent ließ sich die Ursache für die Fehlbildungen des Ungeborenen dagegen nicht feststellen. Zum Großteil handelte es sich hier um isolierte Fehlbildungen, zu denen beispielsweise Herzfehler oder Neuralrohrdefekte zählen können. Eine familiäre Vorgeschichte lag in fünf Prozent der Fälle vor.

Die Ergebnisse zeigen den Forschern zufolge deutlich, wie groß die Wissenslücken sind, wenn es um die Ursachen von Geburtsfehlern geht. Mehr Forschung sei auf diesem Feld dringend notwendig, um eine Basis für Prävention und Behandlung zu bekommen. Solange es hier keine Fortschritte gebe, würden Geburtsfehler auch weiterhin das Überleben des Ungeborenen gefährden, warnen die Wissenschaftler.

HH

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