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Anwohner von Flughäfen klagen schon lange über die Lärmbelästigung.

Anwohner von Flughäfen klagen schon lange über die Lärmbelästigung.
© vschlichting - Fotolia.com

Mi. 14. Juni 2017

Fluglärm stört Herzrhythmus und Blutdruck

Lärm, vor allem Fluglärm, kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken – und zwar offenbar auch auf Herz und Blutdruck. Darauf deuten die Ergebnisse einer neuen Studie hin, in der Forscher einen Zusammenhang zwischen Fluglärm und Bluthochdruck sowie Herzflimmern fanden.

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Wie die Wissenschaftler online im Fachblatt Occupational & Environmental Medicine berichten, stand Fluglärm, speziell in der Nacht, mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck in Zusammenhang. Dies galt sowohl für das Auftreten von Bluthochdruck allgemein, wie auch für das Auftreten neuer Fälle. Eine ähnliche Tendenz zeigte sich für Herzflimmern. So verdoppelte sich das Risiko für die Herzrhythmusstörung bei Menschen, die in der Zeit von 23:00 bis 7:00 Uhr morgens nächtlichem Fluglärm ausgesetzt gewesen waren. Für den Blutdruck galt, dass jede zusätzlichen zehn Dezibel an Fluglärm in der Nacht mit einem 69 Prozent höheren Risiko für Bluthochdruck einhergingen. Wurden nur die neuen Fälle von Bluthochdruck betrachtet, erhöhte sich das Risiko noch immer um mehr als das Doppelte.

Die Wissenschaftler hatten Daten von 420 Personen, die nahe des Internationalen Flughafens von Athen in Griechenland lebten, analysiert. Dort starten und landen täglich bis zu 600 Flugzeuge. Etwa die Hälfte der Teilnehmer war durch den Flugverkehr tagsüber einer Lautstärke von mehr als 55 Dezibel ausgesetzt, was in etwa der Lautstärke eines normalen Gesprächs entspricht. Bei einem von vier lag der durch Flugzeuge verursachte Geräuschpegel nachts über 45 Dezibel. Zwischen 2004 und 2013 hatten 71 Studienteilnehmer Bluthochdruck entwickelt, bei 44 Teilnehmern wurde erstmals Herzflimmern diagnostiziert.

Dies sei eine der ersten Langzeitstudien zu den Auswirkungen von Fluglärm, so die Forscher. Noch könne man allerdings nichts über Ursache und Wirkung sagen. Eine Schwäche der Studie sei zudem gewesen, dass die genaue Todesursache bei 78 Studienteilnehmern, die im Studienzeitraum starben, nicht bekannt sei. Des Weiteren sei die Teilnehmerzahl nicht sehr groß gewesen und Faktoren wie Luftverschmutzung konnten nicht berücksichtigt werden. Nichtsdestotrotz mehrten sich die Hinweise, dass Lärm schlecht für die Gesundheit sei, betonen die Forscher.

HH

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