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Wer unter Grünem Star leidet, dem könnten kleine Implantate helfen.

Wird Grüner Star nicht behandelt, kann der Patient erblinden.
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Di. 05. September 2017

Glaukom: Mini-Implantate gegen Erblindung

Eine neue Therapie bei Grünem Star könnte für all jene eine Alternative darstellen, bei denen die Augeninndruck senkenden Tropfen nur schlecht wirken. Es handelt sich dabei um Mini-Implantate, wie Experten der Deutschen Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) berichten.

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Die Implantate bewirken, dass das Kammerwasser im Auge besser abfließen kann und verhindern so, dass der Sehnerv durch einen zu hohen Augeninnendruck geschädigt wird. Wie die Augenexperten der DOG erläutern, werden die in der Medizin weltweit kleinsten Implantate mithilfe eines Mikroskops durch einen kleinen Schnitt ins Auge eingesetzt. "Sie haben die Form winziger Röhrchen, nicht viel dicker als ein Haar, durch die das gestaute Kammerwasser aus dem Auge heraus geleitet wird", erläutert Professor Dr. med. Norbert Pfeiffer, Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsmedizin Mainz. Die Augenchirurgen platzieren die Mini-Stents in die feinen Abflusskanälchen des Kammerwassersystems unter die Lederhaut oder unter die Bindehaut. Der Schnitt durch den Chirurgen sei dabei so minimal, dass er nicht genäht werden müsse.

Die meisten Patienten mit Grünem Star werden derzeit mit Tropfen behandelt, die den Augeninnendruck senken. Helfen die Medikamente nicht, muss operiert werden, um eine Erblindung zu verhindern. Die neue Methode mit kleinen Implantaten vereinfache den Glaukom-Eingriff nun, so die DOG-Experten. Von dem schonenden Eingriff könnten insbesondere hochbetagte Patienten profitieren, aber auch Menschen, bei denen Augeninnendruck senkende Tropfen nicht oder nur unzureichend wirken, die sie nicht vertragen oder die Probleme mit der Anwendung hätten, so Pfeiffer. Die Implantate könnten zudem im Rahmen einer Grauer-Star-Operation eingebracht werden. An dieser Form der Linsentrübung, die einen Eingriff erforderlich mache, leiden den Augenexperten zufolge etwa 80 Prozent aller über 80-Jährigen.

DOG/HH

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