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Der neu entdeckte Pilz ist vor allem für Menschen gefährlich, die schwer krank sind.

Der neu entdeckte Pilz ist vor allem für Menschen gefährlich, die schwer krank sind.
© iceteastock - Fotolia.com

Mo. 11. September 2017

Candida auris: Neuer Hefepilz breitet sich aus

Er ist nicht leicht zu entdecken und oft schwer zu behandeln: Candida auris, ein erst vor wenigen Jahren entdeckter Hefepilz, macht derzeit Schlagzeilen. Vor allem für Schwerkranke kann der neue Hefepilz gefährlich werden. Experten aus Deutschland und Österreich raten zu erhöhter Aufmerksamkeit, warnen jedoch auch vor Panikmache.

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Was den Hefepilz so besonders macht, erläutert Professor Oliver Kurzai, der das Nationale Referenzzentrum für invasive Pilzinfektionen in Jena leitet: "Candida auris wird im Gegensatz zu allen bisher bekannten Arten häufig von Patient zu Patient übertragen und kann somit Ausbrüche in Krankenhäusern verursachen." Gleichzeitig seien viele Pilzstämme gegen mindestens eines der Medikamente resistent, die zur Behandlung von Pilzinfektionen zum Einsatz kommen. Eine Behandlung erschwert zudem, dass der Pilz bei den gängigen Routineuntersuchungen nicht immer zuverlässig zu identifizieren ist.

Candida auris kann Harn- und Atemwege oder Wunden infizieren. Gelangt er in den Blutstrom, kann es zu einer Blutvergiftung kommen. Gefährlich ist eine Infektion vor allem für Schwerkranke. Für die Bevölkerung bestehe allerdings kein Grund zur Beunruhigung. "Für einen gesunden Menschen stellt Candida auris keine Bedrohung dar", sagt Kurzai.

Candida auris wurde im Jahr 2009 erstmals in Japan beschrieben. Den größten Ausbruch bislang hat es in einem Krankenhaus in London gegeben, in dem sich 50 Menschen innerhalb von 16 Monaten infizierten. In den USA liegt die Zahl der Infizierten der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zufolge aktuell bei 112. Aus Deutschland seien bislang vier Fälle bekannt, so die Experten. Da es für Routinelabors jedoch schwierig ist, den Pilz zu identifizieren, könnten es auch mehr sein. Trotz dieser geringen Fallzahlen spricht aus Sicht der Experten einiges dafür, dem Thema frühzeitig Aufmerksamkeit zu schenken. Sie rechnen auch für Deutschland zukünftig mit mehr Fällen und raten Kliniken und Labors zu einer erhöhten Aufmerksamkeit.

HH

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