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Das Bakterium Helicobacter pylori kann zu Magenkrebs führen.

Eine Infektion mit Helicobacter pylori kann zu Magenbeschwerden führen, verläuft häufig aber auch ohne Symptome.
© Picture-Factory - Fotolia.com

Do. 09. November 2017

Wie Helicobacter pylori zu Magenkrebs führt

Das gefährliche Bakterium Helicobacter pylori kann zu Magengeschwüren führen und ist eine der Hauptursachen für Magenkrebs. Einem europäischen Forscherteam ist es nun gelungen, Mechanismen zu identifizieren, durch die das Bakterium Magenkrebs verursacht.

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Gemeinsam mit Kollegen identifizierten Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zwei Mechanismen, die das Magenbakterium Helicobacter pylori gefährlich machen. Die Forscher hatten untersucht, wie das Bakterium die Schutzschicht des Magens zerstört, die den Magen gegen den Einfluss der Magensäure schützt. Wie sie im Fachblatt Cell Host & Microbe berichten, sondert H. pylori ein Enzym ab, mit dessen Hilfe es in die schützende Schicht eindringen kann. Dieses Enzym spaltet demnach drei bestimmte Proteine und zerreißt so die Schicht aus Epithelzellen, die den Magen auskleidet. In der Folge könne das Bakterium tiefer in Gewebeschichten eindringen, die normalerweise frei von Krankheitskeimen seien und weitere Schäden auslösen, so die Forscher. Dies sei ein erster Schritt bei der Entstehung von Magenkrebs.

Diesem folge allerdings eine zweite Phase, die noch gefährlicher sei. So entdeckte das Forscherteam, dass über nadelartige Ausbuchtungen, die wie molekulare Spritzen funktionierten, ein Bakteriengift in die Wirtszellen injiziert wird. Der Giftstoff programmiere die Zellen um und mache sie potentiell krebserregend, so die Wissenschaftler. Ein weiterer Effekt sei, dass dieses Toxin das menschliche Immunsystem davon abhalte, die Bakterien zu erkennen und zu eliminieren. Dies sei ein entscheidender Mechanismus dafür, dass Helicobacter pylori so lange im Magen überleben könne. Sowohl das von den Forschern entdeckte Enzym als auch das Bakterientoxin könnten mögliche Ansatzpunkt für neue Therapien sein, mit denen sich eine Infektion mit dem Bakterium oder die Injektion des Toxins verhindern ließen, hoffen die Forscher.

HH

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