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Hitzewellen töten auf 27 Arten.

Große Hitze ist alles andere als harmlos. Forscher haben untersucht, welche Auswirkungen hohe Temperaturen auf den Körper haben.
© werayuth - Fotoalia.de

Fr. 10. November 2017

Hitzewellen töten auf 27 Arten

Schon jetzt sind extreme Hitzewellen in vielen Teilen der Welt keine Seltenheit. Welche Gefahr für die Gesundheit davon ausgeht, haben Forscher jetzt untersucht. Sie fanden 27 Arten, wie Hitze zum Tod führen kann.

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Ist der Körper extremer Hitze ausgesetzt, reagiere ein Teil des Gehirns, indem es Blut zur Haut umleite, um diese zu kühlen. Diese Verschiebung des Blutflusses führe dazu, dass andere Organe schlechter mit Blut und damit auch mit Sauerstoff versorgt werden und dass schädliche Substanzen entstehen. Überschreite der Körper andererseits seine optimale Temperatur, weil es zu heiß ist, könnten Zellen direkt geschädigt werden - ein Mechanismus, der Zytotoxizität genannt wird. Beides – die Durchblutungsstörung oder Ischämie sowie die Zytotoxizität – seien lebensbedrohlich und könnten sich auf die Funktion von Gehirn, Herz, Nieren, Leber und Darm auswirken, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Circulation: Cardiovascular Quality and Outcomes.

Können Ischämie und Wärmezytotoxizität an sich schon tödlich sein, stellen die körperlichen Reaktionen auf beides eine noch größere Gefahr dar. So könne in der Folge die Darmbarriere durchlässig werden, so dass Darminhalt in den Blutkreislauf gelange. Hier komme es zu einem dritten Mechanismus, einer systemischen Entzündungsreaktion, die undichte Membranen von Darm und anderen Organen noch weiter schädigen könne. Zudem könnten Proteine, die die Blutgerinnung kontrollieren, überaktiv werden und Gerinnsel bilden, die wiederum die Blutzufuhr zu Gehirn, Nieren, Leber und Lunge blockieren können. Mediziner sprechen hier von einer disseminierten intravasalen Gerinnung oder Verbrauchskoagulopathie. Der Verbrauch von Gerinnungsproteinen wiederum kann seinerseits selbst ohne eine Verletzung zu einer potenziell tödlichen Blutung führen. Und letztlich könnten Ischämie und Zytotoxizität in Kombination mit anstrengenden Tätigkeiten wie Wandern, Sporttreiben oder im Freien arbeiten zum Zerfall von Zellen der Skelettmuskulatur führen. Dadurch werde Myoglobin freigesetzt, das für Nieren, Leber und Lunge toxisch sei.

Der menschliche Körper reagiere viel sensibler auf Hitze als oft gedacht, so das Fazit der Autoren. Betrachte man die verschiedenen Reaktionen des Körpers auf Hitze und ihre Wirkung auf die unterschiedlichen Organe, gebe es 27 Wege, wie Hitze zum Tod führen könne.

HH

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