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Die FSME-Risikogebiete haben sich offenbar verschoben.

Im vergangenen Jahr haben sich ungewöhnlich viele Menschen mit der durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis angesteckt.
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Do. 08. März 2018

FSME-Risikogebiete wandern nach Norden

Eine ungewöhnlich hohe Zahl an Patienten mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im vergangenen Jahr, neue Zecken-Arten und eine Verschiebung der FSME-Risikogebiete stellen Forscher vor Rätsel. Neue Forschungsprojekte sollen helfen, die Krankheitsüberträger besser zu verstehen und zu bekämpfen. Der beste Schutz bleibe aber immer noch eine Impfung, wie Experten im Vorfeld des 4. Süddeutschen Zeckenkongresses in Stuttgart feststellten.

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Bei 499 Menschen wurde im vergangenen Jahr eine FSME-Erkrankung diagnostiziert – so viele, wie seit über zehn Jahren nicht mehr, so die Experten. Bei der Zahl der FSME-Erkrankungen liege Bayern an der Spitze, gefolgt von Baden-Württemberg. In diesen beiden Bundesländern traten 85 Prozent der Erkrankungsfälle auf. Den deutlichsten Anstieg habe es entlang des Alpenkamms gegeben, während die Zahl der Erkrankungsfälle in anderen Regionen wie Unterfranken deutlich zurückgegangen sei. Gleichzeitig haben sich die Regionen verschoben, in denen FSME-Erkrankungen gehäuft auftreten. "Einige Landkreise, die über Jahre hinweg Erkrankungen meldeten, blieben im vergangenen Jahr völlig unauffällig. In anderen trat die Krankheit erstmals und gleich auch besonders gehäuft auf", berichtete Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Parasitologin der Universität Hohenheim. Außerdem breite sich die Krankheit nach Norden aus. "Die Statistik zeigt uns ganz neue Hot-Spots in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin", so die Zeckenexpertin.

Bisher schwer einzuschätzen sei die Gefahr, die von neuen Zeckenarten in Deutschland ausgehe, wie der Auwaldzecke oder der in Deutschland neuen Art Ixodes inopinatus (aponet.de berichtete). Mehrere Forschungsprojekte sollen helfen, die Zecken als Krankheitsüberträger besser zu verstehen und wenn möglich zu bekämpfen. Hierzu zählt zum Beispiel die Entwicklung von Computermodellen, die eine Risiko-Abschätzung erlauben.

Einen zuverlässigen Schutz bietet nach wie vor nur eine FSME-Impfung, so die Experten. Sie warnen davor, die Krankheit zu unterschätzen. Zu den schweren Krankheitsverläufen gehörten Lähmungen, Koma, Krampfanfälle und vereinzelt auch Todesfälle. Dagegen hätten die Impfstoffe fast 100 Prozent Wirkung, Komplikationen seien mit 1,5 Fällen bei einer Million Impfungen extrem selten. Gleichzeitig schütze die Impfung auch vor einer unbekannteren Form der Ansteckung: einer FSME-Infektion durch Rohmilch.

HH

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