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Grippe könnte sich künftig vielleicht besser behandeln lassen.

Impfstoffe gegen die Grippe müssen jedes Jahr neu hergestellt werden, da sich die Viren ständig verändern.
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Mi. 04. April 2018

Wie sich Grippeviren besser bekämpfen lassen

Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gelenkschmerzen: Jahr für Jahr leiden weltweit Millionen von Menschen an der Grippe. Wirksame Behandlungen gibt es wenige, die Medizin konzentriert sich daher auf die Grippeimpfung. Da sich die Viren jedoch ständig verändern, müssen die Impfstoffe – basierend auf Prognosen – jedes Jahr neu hergestellt werden. Forscher der Universität Zürich (UZH) haben nun neue Mechanismen gefunden, mit deren Hilfe sich künftig vielleicht bessere Impfstoffe und Medikamente entwickeln lassen könnten.

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Grippeimpfstoffe wirken, indem sie dem Immunsystem Bestandteile des Virus, sogenannte Antigene, präsentieren. Diese dienen als eine Art Fahndungsfoto, mit dessen Hilfe das Immunsystem lernt, Influenzaviren zu erkennen und Antikörper dagegen zu produzieren, sobald es ihnen erneut begegnet. Um zu testen, welche Arten von Antikörpern die Grippeviren am besten bekämpfen, untersuchten die Wissenschaftler die Wirkung verschiedener Typen in Zellkulturen. Am effektivsten waren Antikörper des Subtyps IgA1, die am einen Ende des Moleküls über einen speziellen Zipfel mit Sialinsäuren verfügen. Dieser Zipfel blockiert jenen Teil des Grippevirus, der es ihm erlaubt, sich an die Zellen zu binden und sie zu infizieren. Die heutigen Grippeimpfstoffe stimulieren allerdings die Bildung von anderen Antikörpertypen, sogenannte Immunglobuline G (IgG).

"Das war ein völlig unerwarteter Befund", sagt Lars Hangartner, ehemaliger Professor am Institut für Medizinische Virologie der UZH. Antikörper vom Typ IgA, die häufig auf der Oberfläche von Schleimhäuten vorkommen, könnten Hangartner zufolge sogar auf gleich zwei verschiedene Arten vor Infektionen schützen. Die Forscher hoffen, dass diese neuen Erkenntnisse helfen, die Wirkung von Grippeimpfstoffen und -medikamenten zu verbessern. Da Antikörper des Typs IgA allerdings schwierig zu handhaben sind, müssten Antikörper entwickelt werden, die sich einfacher produzieren und an Mäusen testen lassen. Seine Idee ist, den Zipfel der IgA1 auf einen Antikörper des Typs IgG aufzupfropfen, mit dem sich viel einfacher arbeiten lässt. Dank der starken Bindung der Antikörper an die Viren würden bereits geringe Mengen reichen, um einen effektiven Schutz zu verleihen.

NK

Quelle: DOI 10.1016/j.celrep.2018.03.027

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