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Die Scheidenflora könnte einen Einfluss auf das Krebsrisiko haben.

Gegen die häufigsten krebsauslösenden HP-Viren ist eine Impfung verfügbar.
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Mo. 11. Juni 2018

HPV: Gebärmutterhalskrebs durch Scheidenbakterien?

Fast alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden durch humane Papillomviren (HPV) verursacht und so gut wie jeder sexuell aktive Mensch ist schon einmal mit ihnen in Kontakt gekommen. Meist kann das Immunsystem die HPV-Infektion abwehren, aber nicht immer. Die Beschaffenheit der Scheidenflora könnte erklären, warum dies manchmal gelingt und manchmal nicht.

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Frauen ohne Veränderungen am Gebärmutterhals beherbergen andere Bakteriengemeinschaften als Frauen, bei denen Gebärmutterhalskrebs oder Krebsvorstufen auftreten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschungsarbeit aus den USA, die in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde. Diese Diskrepanz deute auf einen direkten Zusammenhang zwischen "guten" Bakterien und gesundem Gebärmutterhalsgewebe sowie zwischen "schlechten" Bakterien und einem erhöhten Krebsrisiko hin, schreiben die Autoren der Studie.

Einige Bakterienarten wie Milchsäurebakterien der Gattung Lactobacillus haben ihnen zufolge einen positiven Einfluss auf die Scheidenumgebung. So belegten frühere Studien zum Beispiel, dass Frauen, bei denen L. gasseri in der Scheidenflora dominierte, eher in der Lage waren, eine HPV-Infektion abzuwehren. Gute Bakterien könnten zudem das Territorium halten und schädliche Bakterien vom Eindringen abhalten. "Bei Patienten mit Krebs und Krebsvorstufen sind Lactobazillen durch einen Mix aus schädlichen Bakterien ersetzt", sagt Melissa H. Herbst-Kralovetz von der University of Arizona.

In ihrer Studie zeigte sich, dass Veränderungen am Gebärmutterhals ernster wurden, wenn Lactobacillus-Populationen schrumpften. Auf der anderen Seite habe die Anwesenheit von Bakterien der Gattung Sneathia mit HPV-Infektionen, Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gestanden. Sneathia-Bakterien stehen mit bakterieller Vaginose, Früh- und Fehlgeburten sowie HPV-Infektionen und Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs in Zusammenhang. Noch sei allerdings nicht klar, ob Sneathia-Bakterien HPV-Infektionen von aktiv förderten oder ob sie in Folge der Erkrankung vermehrt auftreten.

HH

Quelle: DOI 10.1038/s41598-018-25879-7

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