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Nach dem Absetzen von Opioiden kehren die Schmerzen nicht stärker wieder zurück.

Richtig eingesetzt, können Opioide die Lebensqualität von Schmerzpatienten deutlich verbessern.
© Günter Menzl - Fotolia.com

Di. 03. Juli 2018

Opioide absetzen: Kommen die Schmerzen zurück?

Vor allem in den Vereinigten Staaten nehmen viele Patienten über einen längeren Zeitraum Schmerzmittel ein – oft aus Sorge, nach dem Absetzen wieder zu leiden. Eine neue Studie lässt nun vermuten, dass diese Befürchtung unbegründet ist.

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Patienten, die über längere Zeit eingesetzte Opioid-Schmerzmittel absetzten, hatten ein Jahr später keine stärkeren Schmerzen als zuvor – oder die Schmerzen hatten sogar noch nachgelassen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Washington State University in einer Studie an 551 Schmerzpatienten, die im Fachmagazin Pain erschienen ist. "Wenn es überhaupt eine Veränderung gab, dann haben die Schmerzen leicht nachgelassen, vor allem bei Teilnehmern, die unmittelbar nach dem Absetzen nur leichte bis mäßige Schmerzen hatten", erklärt Studienleiter Professor Sterling McPherson.

Für die Auswertung stuften die Schmerzpatienten das Ausmaß ihrer Schmerzen in Fragebögen ein, wobei ein Wert von 0 für Schmerzfreiheit stand und ein Wert von 10 für die stärksten vorstellbaren Schmerzen. Anschließend wurden die Werte verglichen. Alle Teilnehmer litten an chronischen Schmerzen, die nicht von einer Krebserkrankung herrührten, und nahmen zuvor für mindestens ein Jahr regelmäßig Opioide ein. Dabei ergab sich, dass die Patienten zwar sehr unterschiedlich stark unter den Schmerzen litten, dass sich aber keine Verschlechterung nach dem Absetzen einstellte. Professor McPherson erläutert: "Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine Langzeitbehandlung mit Opioiden Schmerzen nicht effektiver bekämpft als der Verzicht darauf. Es gibt eine breite Auswahl an anderen Therapiemöglichkeiten, und wir hoffen, dass unsere Forschung Ärzte und Patienten dazu anregt, sich mit diesen auseinanderzusetzen."

In den nächsten Jahren soll nun untersucht werden, bei welchen Patientengruppen die Opioid-Therapie verhältnismäßig effektiv ist und welche am wenigsten von ihr profitieren. In den Vereinigten Staaten werden seit Jahrzehnten sehr viele Opioide verschrieben, ein Drittel der Amerikaner nimmt sie ein. Täglich sterben dort knapp 100 Menschen an den Folgen einer Opioid-Abhängigkeit. Vor einem Jahr hatte der amerikanische Präsident Donald Trump angesichts einer drastischen Zunahme von Opioid-Abhängigen in den USA sogar einen Gesundheitsnotstand erklärt (aponet.de berichtete).

MB

Quelle: DOI 10.1097/j.pain.0000000000001315

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