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Herpes-simplex-Viren begünstigen das Entstehen von Amyloid-Plaques und Demenzerkrankungen.

Herpes-Viren tragen möglicherweise zur Entstehung von Alzheimer-Demenz bei - und eine Impfung könnte helfen.
© Robert Kneschke - Fotolia.com

Di. 17. Juli 2018

Herpes-Viren könnten an Alzheimer beteiligt sein

Weltweit leiden fast 30 Millionen Menschen an Alzheimer. Trotz großer Forschungsbemühungen ist aber bisher unklar, warum die typischen Eiweißablagerungen im Gehirn entstehen. Aufgrund neuerer Studien vermuten britische Wissenschaftler nun, dass Herpes-Viren eine wichtige Rolle dabei spielen könnten.

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Menschen mit einer schweren Herpes-Infektion, die aggressiv mit einem antiviralen Medikament behandelt worden waren, hatten ein zehnmal geringeres Risiko, im Verlauf von zehn Jahren an Demenz zu erkranken. Das war das Ergebnis einer Studie taiwanesischer Epidemiologen, die bereits im Februar im Fachblatt Neurotherapeutics veröffentlicht wurde. Die Studie habe umgekehrt auch gezeigt, dass eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) zu einem erhöhten Demenzrisiko führe. Das schreiben britische Wissenschaftler in einem Kommentar in der Zeitschrift Journal of Alzheimer‘s Disease. "Dieser Artikel und zwei weitere von verschiedenen Forschungsgruppen aus Taiwan liefern den ersten Hinweis auf breiter Grundlage, dass zwischen einer Infektion mit dem Herpes-Virus und der Alzheimer-Krankheit ein kausaler Zusammenhang bestehen könnte", erklärt Professor Ruth Itzhaki von der University of Manchester. Antivirale Medikamente könnten demnach möglicherweise eine sichere und einfache Möglichkeit darstellen, Demenz zu bekämpfen. Vielleicht lasse sich der Krankheit in der Zukunft sogar mit einer Impfung im Kindesalter vorbeugen.

Viele Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit den Hauptcharakteristika der Alzheimer-Krankheit – Eiweißablagerungen in Form von sogenannten Amyloid-Plaques und Neurofibrillen. Bereits im Jahr 1991 stellten Wissenschaftler jedoch fest, dass HSV-1 bei vielen mit dem Virus infizierten älteren Menschen auch im Gehirn vorhanden ist. 1997 belegten Forscher zudem, dass die Anwesenheit von Viren im Gehirn von Menschen mit speziellen genetischen Faktoren das Alzheimer-Risiko erhöhen kann. "Im Jahr 2009 konnten wir nachweisen, dass HSV-Erbgut in Amyloid-Plaques von Alzheimer-Patienten vorhanden ist", so Itzhaki. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Viren im Gehirn durch bestimmte Ereignisse wie Stress, Immunsuppression oder Infektionen und Entzündungen in anderen Bereichen reaktiviert werden. Das könnte zumindest bei einigen Menschen die Ursache der Alzheimer-Krankheit sein. HSV-1 ist bekannt als Auslöser von Lippenherpes und verbleibt nach einer Infektion lebenslang im Körper.

HH

Quelle: DOI 10.3233/JAD-180266

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