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Capsaicin könnte Adipozypten zur Fettverbrennung anregen.

Einer der Stoffe, die Chili scharf schmecken lassen, hilft bei der Fettverbrennung.
© Aaron Amat - Fotolia.com

Mi. 18. Juli 2018

Chili: Scharfe Waffe gegen Übergewicht

Capsaicin – der Stoff, der Chilischoten scharf macht – könnte eine Karriere als Mittel gegen Übergewicht machen. In Versuchen mit Labormäusen kamen Forscher mit einem neu entwickelten Medikament zu vielversprechenden Ergebnissen.

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Das Medikament, das über den Tag langsam Capsaicin freisetzt, führte bei Labormäusen zu langanhaltendem Gewichtsverlust und verbesserte die Stoffwechsel-Gesundheit der Tiere. Das war sogar dann der Fall, wenn die Mäuse fettreiches Futter erhielten. Von diesen Ergebnissen berichten Wissenschaftler der University of Wyoming auf einer Tagung der Society for the Study of Ingestive Behavior in Florida. "Wir konnten eine deutliche Verbesserung des Blutzucker- und Cholesterinspiegels, der Insulinresistenz und von Symptomen einer Fettleber-Erkrankung beobachten", so Dr. Baskaran Thyagarajan, der die Forschungsarbeit leitete.

Capsaicin wirkt unter anderem auf einen Rezeptor, der in größeren Mengen in Fettzellen anzutreffen ist. Wird dieser Rezeptor stimuliert, veranlasst er weiße Fettzellen, Energie zu verbrennen statt sie zu speichern, was mit einem Gewichtsverlust einhergehen sollte, so die Theorie. Die Forscher gingen in ihren Experimenten nun der Frage nach, ob ihr Capsaicin-Medikament über einen längeren Zeitraum effektiv ist und ob negative Effekte den Nutzen überwiegen könnten. Die Mäuse erhielten das Medikament über acht Monate. Wie die Wissenschaftler berichten, behielten sie in dieser Zeit ihr geringeres Gewicht bei und es zeigten sich keine Probleme mit der Sicherheit des Mittels.

Das neue Medikament könnte Menschen helfen, die mit Übergewicht zu kämpfen haben, erläutert Dr. Thyagarajan. Trotzdem müsse er diejenigen enttäuschen, die durch scharfes Essen abnehmen wollen: Da das meiste in solchen Mahlzeiten enthaltene Capsaicin nicht gut vom Körper aufgenommen werde, dürfte dies nicht zum gewünschten Erfolg führen. Das in ihrem Medikament enthaltene Capsaicin sei vielmehr speziell so verändert worden, dass es gut aufgenommen und nach und nach freigesetzt werden könne.

HH

Quelle: DOI 10.1016/j.bpj.2017.11.2657

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