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Die meisten werdenden Mütter achten sehr genau darauf, dass ihre Ernährung und ihr Verhalten dem Baby nützt.

Die meisten werdenden Mütter achten sehr genau darauf, dass ihre Ernährung und ihr Verhalten dem Baby nützt.
© AntonioDiaz - Fotolia.com

Do. 19. Juli 2018

Gefährlich: Nikotin in der Schwangerschaft

Wenn Schwangere Nikotin zu sich nehmen, kann das das Risiko für plötzlichen Kindstod erhöhen. Das gilt unabhängig davon, ob sie klassisch rauchen, eine E-Zigarette oder ein Nikotinpflaster nutzen. Darauf weisen US-amerikanische Wissenschaftler hin, die in einer Studie versucht haben, mehr über die Ursachen der plötzlichen und unerwarteten Todesfälle herauszufinden.

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In den Versuchen an Ratten wirkte sich Nikotin in der Schwangerschaft auf das Zentralnervensystem des Nachwuchses aus. Außerdem beeinträchtigte es die sogenannte kardiorespiratorische Reaktion auf Sauerstoffstress, wie die Forscher in New Hampshire im Journal of Physiology berichten. Normalerweise besitzen Babys noch einen speziellen Mechanismus, der sie bei Sauerstoffmangel im Gehirn nach Luft schnappen lässt, sodass sich Herzfrequenz und Atmung wieder normalisieren. Versage dieser Mechanismus, erhöhe dies das Risiko für plötzlichen Kindstod. Dies könne zum Beispiel passieren, wenn sich das Baby im Bettzeug verheddert. Aber auch durch kleinere Erkrankungen oder verengte Atemwege können Anlässe sein, so die Forscher um Stella Lee von der Geisel School of Medicine.

Die Studie deutet darauf hin, dass nicht nur das Rauchen von Zigaretten, sondern auch Nikotin durch Nikotinpflaster oder elektronische Zigaretten Babys schaden kann. Obwohl es bekannt sei, dass Rauchen dem Ungeborenen schade, rauchten über zehn Prozent der Schwangeren weiter, warnen die Forscher. In den vergangenen Jahren sei Frauen, die in der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören wollen, vermehrt zu Nikotinpflastern und elektronischen Zigaretten geraten worden. Der Studie zufolge scheint sich durch diese Nikotin-Ersatztherapien das Risiko für plötzlichen Kindstod jedoch nicht zu verringern. Sie stellen demnach keine sichere Alternative zu Zigaretten dar.

HH

Quelle: DOI 10.1113/JP275885

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