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Cannabis könnte langfristig dem Gehirn schaden.

Forscher haben untersucht, wie die Inhaltsstoffe der Cannabis-Pflanze langfristig wirken.
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Mi. 25. Juli 2018

Wie Cannabis langfristig auf das Gehirn wirken könnte

Viele Menschen verwenden Cannabis - sei es als Freizeitdroge oder auch als Medikament, etwa zur Therapie von Epilepsie, Multipler Sklerose oder chronischen Schmerzen. Forscher haben jetzt anhand von Mäusen untersucht, welche Folgen die langfristige Nutzung von Cannabis für das Gehirn haben könnte.

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Für ihre Studie verwendeten die Forscher aus Großbritannien und Portugal eine synthetische Substanz mit dem Kürzel WIN 55,212‐2. Diese wirkt im Körper ähnlich wie Inhaltsstoffe des natürlichen Cannabis. Waren Mäuse WIN 55,212‐2 über einen längeren Zeitraum ausgesetzt, beeinträchtigte das ihre Lernfähigkeit und ihr Gedächtnis deutlich. Die Tiere konnten selbst zwischen bekannten und neuen Objekten nicht mehr unterscheiden, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Neurochemistry. Ein Befund, der sich auch in Hirnscans der Tiere wiederspiegelte. So wurden durch WIN 55,212‐2 Funktionen in Regionen des Gehirns beeinträchtigt, die am Lernen und Erinnern beteiligt sind. Langfristig verringerte sich die Fähigkeit dieser Regionen, miteinander zu kommunizieren. Die Forscher glauben, dies könne auch den negativen Effekt, den Cannabis auf das Gedächtnis hat, erklären.

"Diese Mechanismen sind von zentraler Bedeutung, um zu verstehen, wie sich Cannabinoide langfristig auf die Entstehung von psychischen Erkrankungen und Gedächtnisproblemen auswirken", sagt Dr. Neil Dawson von der Lancaster University. Nicht zuletzt gelte dies auch für all jene, die auf Cannabis basierende Medikamente aus gesundheitlichen Gründen nutzen. Cannabis-Therapien könnten zwar sehr effektiv sein, um Symptome von chronischen Krankheiten wie beispielsweise Epilepsie oder Multiple Sklerose zu behandeln, so Dawson. Nichtsdestotrotz sei es wichtig, potenzielle negative Nebenwirkungen zu kennen, so dass Ärzte die Vorteile einer Therapie gegen die möglichen Nebenwirkungen abwägen können.

HH

Quelle: DOI 10.1111/jnc.14549

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