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Dauer-Schluckauf kommt häufiger vor als bislang gedacht.

Kohlensäurehaltige Getränke können mitunter Schluckauf verursachen.
© nicoletaionescu - stock.adobe.com

Do. 26. Juli 2018

Chronischer Schluckauf: Häufiger als gedacht

Alle kennen wohl das lästige Hicksen eines Schluckaufs. Und jeder ist froh, wenn es wieder vorbei ist. Manche Menschen leiden jedoch unter einem Dauer-Schluckauf, der manchmal sogar über einen Monat anhalten kann. Was über dieses Phänomen bislang bekannt ist, haben Neurologen von der Loyola University untersucht.

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Wie aus der Analyse hervorging, scheint chronischer Schluckauf häufiger zu sein, als man vermuten könnte. Schluckauf entstehe durch einen komplexen Mechanismus, der viele Neurotransmitter und anatomische Strukturen des zentralen und peripheren Nervensystems einschließe, erläutern die Studienautoren Dr. Stasia Rouse und Dr. Matthew Wodziak. Häufige Auslöser sind kohlensäurehaltige Getränke, zu große Mahlzeiten, Alkohol, Gewürze, Rauchen aber auch Angst und Stress. Einem Dauer-Schluckauf, der über zwei Tage anhalte oder sogar länger als einen Monat, liege jedoch meist eine Erkrankung zugrunde. Dies können Magen- oder Darmkrankheiten, ein Tumor der Verdauungs- oder Atemorgane, ein Schlaganfall und vieles mehr sein. Die Behandlung des Schluckaufs könne daher in ganz unterschiedliche Fachdisziplinen fallen, zum Beispiel die Neurologie, Gastroenterologie, Lungenheilkunde oder die Allgemeinmedizin. Um die 4.000 Menschen kommen den Forschern zufolge in den USA jährlich wegen Schluckauf ins Krankenhaus, 91 Prozent davon sind Männer, die meisten über 50.

Eine Richtlinie, wie ein chronischer Schluckauf therapiert werden sollte, gibt es bis dato nicht. Ärzte könnten zum Beispiel muskelentspannende Medikamente wie Baclofen, Antikonvulsiva wie Gabapentin, Neuroleptika wie Chlorpromazin oder Haloperidol oder Metoclopramid, das die Dopaminrezeptoren blockiert, verschreiben. Auch eine Nervenblockade innerhalb oder in der Nähe des Zwerchfells werde untersucht, so die Forscher. Andere Mittel, die Berichten zufolge helfen könnten, seien das Schlucken von Kristallzucker, Hypnose oder Akupunktur.

HH

Quelle: DOI 10.1007/s11910-018-0856-0

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