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Forscher haben ein neues Medikament für Herz-Kreislauf-Erkrankungen getestet.

Ein neues Medikament könnte vor schädlichen Stoffwechselprodukten schützen, die nach dem Verzehr von tierischen Lebensmitteln entstehen.
© wildworx - Fotolia

Mi. 08. August 2018

Neues Medikament beugt Herzinfarkt vor

Wissenschaftler aus den USA haben eine neue Klasse von Herz-Kreislauf-Medikamenten entwickelt, deren Angriffsziel Bakterien im Darm sind. Die Wirkstoffe verhinderten in Versuchen mit Mäusen die Entstehung bakterieller Stoffwechselprodukte, die mit Herzinfarkt und Schlaganfall in Verbindung stehen.

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Die neue Wirkstoff-Klasse verringert zwei wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: eine erhöhte Reaktivität der Thrombozyten sowie eine übermäßige Blutgerinnselbildung. Das Medikament senkt die Konzentration an Trimethylamin-N-oxid, kurz TMAO. Wie die Forscher im Fachblatt Nature Medicine berichten, wird TMAO wird von Bakterien bei der Verdauung von Stoffen produziert, die in tierischen Produkten wie rotem Fleisch, Leber, Ei oder fettreichen Nahrungsmitteln enthalten sind. In früheren Arbeiten hatte sich bereits gezeigt, dass ein hoher TMAO-Pegel im Blut die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht. In einer Reihe von Experimenten konnten die Forscher nun nachweisen, dass die neuen Medikamente einen Reaktionsweg hemmen, über den Darmbakterien TMAO bilden. Einmal aufgenommen, inaktivieren sie ein spezielles Enzym und unterbinden so die Bildung von TMAO.

"Unseres Wissens ist dies derzeit die wirksamste Therapie, die über die Behandlung des Mikrobioms einen Krankheitsprozess verändert", sagt Studenleiter Stanley Hazen von der Cleveland Clinic in Ohio, USA. Die neue Wirkstoff-Klasse unterscheide sich zum Beispiel von Antibiotika, die Darmbakterien unspezifisch abtöten und zu unerwünschten Nebenwirkungen und Resistenzen führen können. Mit der neuen Therapie würden die Darmbakterien dagegen nur verändert, nicht abgetötet. Damit sei es unwahrscheinlich, dass sie zur Entstehung von Resistenzen beitragen.

HH

Quelle: DOI 10.1038/s41591-018-0128-1

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