Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Resistente Keime schneller erkennen

Aktuelles

Ein neues Verfahren erkennt multiresistente Keime schneller.

Forscher haben eine Möglichkeit gefunden, um antibiotikaresistente Keime schneller zu erkennen.
© luckybusiness - Fotolia

Di. 18. September 2018

Resistente Keime: Diagnose in 45 Minuten statt 72 Stunden

Forschern aus Deutschland ist es gelungen, resistente Keime innerhalb von 20 bis 45 Minuten identifizieren. Aktuelle Testverfahren dauern noch bis zu 72 Stunden. Die Ergebnisse wurden im renommierten Wissenschaftsjournal PLOS ONE veröffentlicht.

Anzeige

Die deutlich schnellere Diagnose macht das neuartige sogenannte immunochromatographische Verfahren möglich, das ein Forscherteam der Medizinischen Fakultät Köln und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickelt hat. Mithilfe dieses Verfahrens können Bakterien, die gegen die Antibiotikagruppe Carbapeneme resistent sind, innerhalb von 20 bis 45 Minuten aus Blutkulturen mit einer 100-prozentigen Sicherheit nachweisen. Um multiresistente Erreger nachzuweisen, werden derzeit Methoden angewandt, die 16 bis 72 Stunden zum Nachweis der Antibiotikaresistenz beanspruchen.

Das neue Verfahren sei schnell, einfach anzuwenden, koste nur etwa 10 Euro pro Test und könne in jedem klinisch-mikrobiologischen Labor durchgeführt werden. "Wir sind mit diesem Verfahren unserem Ziel, mit multiresistenten Erregern infizierte Patientinnen und Patienten so schnell wie möglich helfen zu können, einen Riesenschritt näher gekommen", sagt Erstautor und DZIF-Professor Dr. med. Axel Hamprecht vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene am Universitätsklinikum Köln. Bei derartig aggressiven Erregern zähle jede Minute, um eine gezielte Therapie zu starten. Nun müssten sich Folgestudien anschließen, um die Erkenntnisse so schnell wie möglich in die klinische Praxis zu überführen.

Patienten mit einer durch gramnegative Erreger wie Escherichia coli ausgelösten Blutstrominfektion konnten durch Antibiotika bisher meist gut behandelt werden. Weltweit nehmen jedoch Antibiotikaresistenzen zu, auch gegen die Gruppe der Reserveantibiotika Carbapeneme. Dadurch ist die Therapie deutlich schwieriger geworden.

NK

Quelle: DOI 10.1371/journal.pone.0204157

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen