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Über ein Drittel aller Krebsfälle ist vermeidbar.

Rauchen gilt als einer der größten vermeidbaren Risikofaktoren für Krebs.
© russn_fckr, Unsplash

Di. 04. September 2018

37 Prozent aller Krebsfälle sind vermeidbar

Rauchen, Alkohol, Übergewicht und Bewegungsmangel: Das sind erwiesenermaßen Risikofaktoren für Krebs, die sich vermeiden lassen. Wie viele Krebserkrankungen tatsächlich darauf zurückzuführen sind, haben Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) nun erstmals für Deutschland ermittelt. Die Ergebnisse wurden im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht.

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Mehr als ein Drittel, nämlich 37 Prozent aller Krebsfälle in Deutschland, könnten den Berechnungen zufolge durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden. Die Wissenschaftler um Ute Mons und Hermann Brenner vom DKFZ berücksichtigten für die Studie 440.000 Krebsfälle bei Personen im Alter von 35 bis 84 Jahren sowie diejenigen Risikofaktoren, deren Zusammenhang mit Krebs als gesichert gelten: Rauchen, ein hoher Alkoholkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Infektionen und ausgewählte Umweltfaktoren wie Radon, Feinstaub, Solarien und Passivrauchen.

Brenner und Mons halten den errechneten Anteil von 37 Prozent noch für niedrig geschätzt: Bei vielen Krebsarten sind die Zusammenhänge mit einzelnen Risikofaktoren noch nicht ausreichend belegt und daher noch nicht in die Berechnung eingeflossen. Andere Faktoren, beispielsweise die natürliche UV-Strahlung, konnten aus Mangel an Daten nicht berücksichtigt werden. Tatsächlich könnte das Ergebnis noch deutlich höher liegen. "Berücksichtigen wir zusätzlich noch das Potenzial von Früherkennungsmaßnahmen, etwa der Darmspiegelung, so liegt der Anteil vermeidbarer Krebserkrankungen noch weitaus höher, schätzungsweise bei mindestens 50 Prozent", sagt Brenner.

Was Krebsrisikofaktoren betrifft, wurde bislang in Deutschland immer auf Ergebnisse aus Großbritannien zurückgegriffen. "Tabakkonsum bedingt in Deutschland 19 Prozent aller Krebsfälle, bei den Briten dagegen nur rund 15 Prozent", sagt Mons. Hier werde sichtbar, dass Deutschland bei der Tabakpräventionspolitik europaweit zu den Schlusslichtern zähle. In anderen Ländern, beispielsweise in Australien, sei Rauchen für weit weniger Krebsopfer verantwortlich als in Deutschland. Mit ihren Schätzungen wollen die Experten der Gesundheitspolitik und Ärzten Anhaltspunkte dafür liefern, wie das ungenutzte Potenzial der Krebsprävention effizienter genutzt werden könnte.

DKFZ/NK

Quellen:

DOI 10.3238/arztebl.2018.0571

DOI 10.3238/arztebl.2018.0578

DOI 10.3238/arztebl.2018.0586

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