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Ein Moos könnte eine ähnliche Wirkung haben wie Cannabis.

Eine Substanz, die in Lebermoos steckt, könnte THC aus Cannabis womöglich überlegen sein.
© Stefan Fischer

Fr. 26. Oktober 2018

Schmerztherapie: Moos anstatt Cannabis?

In Lebermoos steckt offenbar eine THC-ähnliche Substanz, die Cannabis Konkurrenz machen könnte. Der Naturstoff, der als legale Rauschdroge bekannt ist, hat offenbar eine schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung, die derjenigen von THC überlegen sein könnte. Das berichtet ein Forscherteam aus der Schweiz im Fachmagazin Science Advances.

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Tetrahydrocannabinol (THC) wird in der Medizin bei gewissen Schmerzformen, Muskelkrämpfen, Schwindel und Appetitverlust eingesetzt. In Lebermoos steckt offenbar ein Naturstoff mit dem Namen Perrottetinen, der eine ähnliche Wirkung entfalten kann. Der Stoff wird bereits seit einigen Jahren im Internet als sogenannte "Legal Highs", also als legale Rauschdroge, angespriesen. Nun haben Wissenschaftler der Universität Bern und der ETH Zürich diesen Stoff genauer untersucht und konnten zeigen, dass Perrottetinen bei Mäusen sehr einfach ins Gehirn gelangt und dort spezifisch Cannabinoid-Rezeptoren aktiviert. Es weise sogar eine stärker entzündungshemmende Wirkung im Gehirn auf als THC, was Perrottetinen für eine medizinische Anwendung besonders interessant macht.

THC wird bis heute in der Medizin selten eingesetzt, vor allem weil diese Substanz in höheren Dosen stark psychoaktiv wirkt. Die Schweizer Forscher sehen daher ein großes Potenzial für therapeutische Anwendungen von Perrottetinen: "Dieser Naturstoff wirkt weniger stark psychoaktiv und könnte gleichzeitig entzündliche Prozesse im Gehirn blockieren", sagt Andrea Chicca von der Universität Bern. Insbesondere hemmt Perrottetinen die entzündungsauslösenden Prostaglandine im Gehirn. Laut den Forschern sind jedoch weitere Studien nötig, um die Wirkung von Perrottetinen auf chronischen und entzündlichen Schmerz weiter zu untersuchen.

NK

Quelle: DOI https://doi.org/

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