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Die Größe des Gehirns wirkt sich das das Krebsrisiko aus.

Bei einem Hirntumor spielt der Lebensstil offenbar nur eine untergeordnete Rolle.
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Do. 01. November 2018

Je größer das Gehirn, desto höher das Krebsrisiko

Ein großes Gehirn besteht aus mehr Gehirnzellen. Und je mehr Zellen vorhanden sind, umso mehr Zellteilungen können schief gehen und Mutationen erzeugen, die zu Krebs führen.

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Das ist die Vermutung von Even Hovig Fyllingen von der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU), der bei den Forschungen für seine Doktorarbeit festgestellt hat, dass Hirntumoren umso häufiger auftreten, je größer das Gehirn ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Krebsarten ist der Lebensstil für die Entstehung von Hirntumoren wahrscheinlich weniger wichtig. Während beispielsweise Raucher ein höheres Lungenkrebsrisiko als Nichtraucher haben, konnte Fyllingen keine Zusammenhänge zwischen der Lebensweise und dem Auftreten von Hirntumoren beobachten.

Stattdessen ist möglicherweise ein großes Gehirn selbst die Ursache. Fyllingen erläutert: "Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Größe von Organen ein wichtiger Faktor für die Krebsentwicklung ist. Frauen mit größeren Brüsten haben beispielsweise ein höheres Brustkrebsrisiko. Wir wollten prüfen, ob dies auch bei Gehirntumoren der Fall ist."

Dafür verglich er neurochirurgische Daten von Patienten, die wegen Gehirntumoren operiert worden waren, mit denen von gesunden Personen. Es stellte sich heraus, dass die aus MRI-Scans ermittelte Größe der Gehirne eine Rolle spielte: Menschen mit größeren Gehirnen waren häufiger betroffen. "Siebzig Prozent mehr Männer als Frauen entwickeln Hirntumore. Männer haben ein größeres Gehirn als Frauen, weil der Körper von Männern im Allgemeinen größer ist. Sie brauchen mehr Gehirnzellen, um einen großen Körper zu kontrollieren: Auch bei Tieren sind in größeren Körpern Organe wie Herz, Lunge und Gehirn größer. Frauen mit großen Gehirnen scheinen sogar noch anfälliger zu sein", sagt Fyllingen.

ZOU

Quelle: DOI 10.1093/neuonc/noy043

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