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Schwedische Forscher finden keinen Zusammenhang zwischen Impfen und Allergien.

Die Sorge, dass Impfen Allergien fördern könnte, ist einer schwedischen Studie zufolge unbegründet.
© Konstantin Yuganov - Fotolia

Fr. 09. November 2018

Sind Impfungen schuld an Allergien?

Wissenschaftler aus Schweden sind dem Vorurteil, dass Allergien durch Impfungen ausgelöst werden, auf den Grund gegangen. Das Ergebnis war eindeutig: Sie fanden keine Unterschiede zwischen geimpften und nicht geimpften Kindern.

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Kinder mit und ohne Schutzimpfungen sind gleichermaßen von Allergien betroffen. Zu diesem Schluss kamen Forscher des Karolinska Instituts in Schweden, die die Entwicklung von Allergien bei Kindern bis zu einem Alter von fünf Jahren beobachteten. "Es gibt immer noch Eltern, die besorgt sind, dass Impfstoffe Kinder krank machen ", sagt Studienleiter Johan Alm von der Abteilung für Klinische Wissenschaft und Bildung des Karolinska Instituts. "Unsere Studie ist wichtig, weil das weit verbreitete Vorurteil, dass Schutzimpfungen Allergien auslösen können, nicht unterstützt."

Beim Vergleich geimpfter und ungeimpfter Kinder zeichnete sich zunächst besonders in den ersten Lebensjahren ein Zusammenhang zwischen Schutzimpfungen und dem Auftreten von Allergien ab, der allerdings nicht mehr nachweisbar war, wenn Einflüsse des unterschiedlichen Lebensstils bei der Analyse berücksichtigt wurden.

Die Forscher hatten Kinder aus konventionell und anthroposophisch lebenden Familien miteinander verglichen. Eine dritte Gruppe waren Kinder aus Familien mit teilweise anthroposophischer Lebensweise. Charakteristisch für einen anthroposophischen Lebensstil sind mehr Hausgeburten, eine längere Stilldauer, eine weitgehend vegetarische Ernährung und der eingeschränkte Gebrauch bestimmter Medikamente. Viele Kinder aus diesen Familien sind individuell oder gar nicht geimpft. Frühere Studien hatten Hinweise darauf ergeben, dass Allergien aus Familien mit anthroposophischer Lebensweise seltener an Allergien leiden.

Es wurden insgesamt 466 Kinder beobachtet, von denen seit der Geburt bis zu einem Alter von fünf Jahren detaillierte Informationen über Schutzimpfungen sowie mehrere Blutproben vorlagen, die auf Allergie-spezifische Antikörper hin untersucht wurden.

ZOU

Quelle: DOI 10.1016/j.eclinm.2018.10.005

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