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Neuere Gerinnungshemmer haben älteren Wirkstoffklassen gegenüber einige Vorteile.

Wer unter Vorhofflimmern leidet oder bereits eine Thrombose erlitten hat, bekommt häufig Blutverdünner verschrieben.
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Mi. 23. Januar 2019

Thrombose-Vorsorge: Für wen die neuen Wirkstoffe sinnvoll sind

Für Patienten mit Vorhofflimmern oder erhöhtem Risiko für eine Thrombose gibt es seit einigen Jahren eine neue Wirkstoffklasse, die die Blutgerinnung effektiv hemmt: die direkten oralen Antikoagulanzien, abgekürzt DOAK. Ob und für wen es sinnvoll ist, von bewährten Therapien darauf umzusteigen, erläuterte Professor Dr. Edelgard Lindhoff-Last aus Frankfurt vor Apothekern in Schladming, Österreich.

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Zu der neuen Arzneistoffklasse gehören die Wirkstoffe Apixaban, Dabigatran, Edoxaban und Rivaroxaban. Ähnlich wie die nach wie vor viel genutzten Präparate mit Heparin oder Phenprocoumon sorgen sie dafür, dass die Blutgerinnung herabgesetzt wird. Das soll lebensgefährliche Blutgerinnsel verhindern. Diese können, je nachdem wo sie im Körper entstehen, eine Lungenembolie oder einen Schlaganfall verursachen. Solche Gerinnsel treten besonders häufig bei Menschen mit Vorhofflimmern auf oder bei Personen, die bereits eine Thrombose gehabt haben.

Die DOAKs verdrängen im Praxisalltag mehr und mehr die vormaligen Therapiestandards Heparin und Phenprocoumon. Und das nicht ohne Grund, wie Lindhoff-Last darstellte. Einerseits wirken sie ähnlich schnell wie eine Heparinspritze. Andererseits zeigten sie in Studien für die verschiedenen Wirkstoffe, dass sie einer erneuten Thrombose ähnlich gut vorbeugten wie Phenprocoumon. Bei den DOAKs traten jedoch während der Behandlung seltener schwere Blutungen und speziell Hirnblutungen auf als nach Einnahme von Phenprocoumon. Sie senkten auch das Schlaganfallrisiko bei Patienten mit Vorhofflimmern. Im Gegenzug erhöhten die DOAKs, mit Ausnahme von Apixaban, das Risiko für Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Grund dafür sei, dass diese Arzneistoffe bereits nach der Einnahme im Magen-Darm-Trakt in wirksamer Form vorliegen. Das sei laut der Expertin bei Phenprocoumon nicht der Fall.

Ein weiterer Vorteil der DOAK liegt in der Langzeittherapie. Diese läuft, abhängig vom Thrombose-Rückfallrisiko des Patienten, über viele Monate oder sogar dauerhaft. Hier kann der Arzt die Dosis der DOAKs nach einiger Zeit reduzieren, was wiederum das Blutungsrisiko senkt. Bei Phenprocoumon gehe das nicht. Es werde stets in derselben Dosis eingesetzt, sagte die Ärztin.
Der Umstieg auf DOAK macht daher die Therapie für viele Patienten sicherer und einfacher. Er eignet sich jedoch nicht für alle, erklärte Lindhoff-Last.

Gerade für Patienten mit Krebserkrankungen im Magen-Darm- oder im Urogenitaltrakt erhöhten die DOAKs das Blutungsrisiko, weil sie nicht nur im Magen und Darm, sondern auch in Niere und Urin in wirksamer Form zu finden seien. Hier kommt weiterhin meist Phenprocoumon zum Einsatz. Auch Patienten mit speziellen Erkrankungen des Herzens wie Herzklappenproblemen werden weiterhin damit behandelt.

RF

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