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Wenn wir zu wenig schlafen, spüren wir Schmerzen stärker.

Ein Teufelskreis: Wer Schmerzen hat, kann oft nur schlecht schlafen. Das wiederum kann das Schmerzempfinden verstärken.
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Do. 31. Januar 2019

Schlafmangel macht schmerzempfindlich

Kalifornische Wissenschaftler haben untersucht, was bei Schlafentzug im Körper passiert: Nicht nur die Schmerzsignale werden im Gehirn verstärkt wahrgenommen, sondern es wird auch weniger Dopamin ausgeschüttet, das Schmerzen lindert.

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Zwei von drei Patienten mit anhaltenden Schmerzen können schlecht schlafen. Gleichzeitig verstärkt Schlafentzug das Schmerzempfinden: Ein Teufelskreis, der chronisch werden und zur Abhängigkeit von Schmerzmitteln führen kann.

Wissenschaftler aus den USA haben nun nachgewiesen, dass die Schmerzsignale bei Menschen unter Schlafentzug verstärkt wahrgenommen werden. Gleichzeitig wird weniger Dopamin ausgeschüttet, ein Botenstoff, der Schmerzen lindern kann. "Schlafstörungen verstärken nicht nur die schmerzempfindenden Regionen im Gehirn, sondern sie blockieren auch die Zentren, die Schmerzen ausschalten können", sagte Matthew Walker, Professor für Neurowissenschaften und Psychologie an der Universität Berkeley.

Bei 24 Studenten hatten die Forscher mithilfe von Hirnscans untersucht, was passiert, wenn sie unangenehme Hitzeeinwirkungen an den Beinen über sich ergehen ließen. Hatten sie wenig geschlafen, verspürten sie schon bei geringerer Hitze Schmerzen und zeigten veränderte Hirnaktivitäten als Antwort auf die schmerzhaften Reize. Weiter hatten die Wissenschaftler in einer online Befragung Zusammenhänge zwischen der nächtlichen Schlafdauer und am Tag empfundenen Schmerzen gefunden. Demnach wirkten sich selbst kleine Änderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus auf das Schmerzempfinden aus.

"Das optimistische Fazit ist, dass Schlaf ein natürliches Mittel ist, das dazu beitragen kann, Schmerzen zu lindern. Wenn schlechter Schlaf unsere Schmerzempfindlichkeit verstärkt, wie diese Studie zeigt, muss der Schlaf viel näher in das Zentrum der Patientenversorgung gestellt werden", so Walker.

ZOU

Quelle: DOI 10.1523/JNEUROSCI.2408-18.2018

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