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Flaute im Bett: Der Spagat zwischen Familie, Job und Freizeit wirkt sich bei vielen Paaren negativ auf die Libido aus.

Libido adé: Stress und Zeitmangel führen bei vielen Paaren zu einer Flaute im Bett.
© iStock.com/fizkes

Mi. 08. Mai 2019

Weniger Sex in britischen Betten

Ergebnisse einer großen britischen Studie zeigen einen allgemeinen Rückgang der sexuellen Aktivität in Großbritannien: Demnach hatten weniger als die Hälfte der britischen Männer und Frauen mindestens einmal pro Woche Sex.

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Wie die die Autoren der Studie im Fachblatt The BMJ berichten, war der Anteil an Frauen, die im letzten Monat gar keinen Geschlechtsverkehr hatten, zwischen 2001 und 2012 von 23 auf 29,3 Prozent angestiegen, und der von Männern von 26 auf 29,2 Prozent. Umgekehrt ging der Anteil, der im letzten Monat mindestens zehnmal sexuell aktiv war, von 20,6 auf 13,2 Prozent bei den Frauen und von 20,2 auf 14,4 Prozent bei den Männern zurück. Grundlage der Studie waren Daten aus den Jahren 1991, 2001 und 2012, in denen über 34.000 Männer und Frauen im Alter von 16 bis 44 Jahren zu sexuellen Aktivitäten mit anders- oder gleichgeschlechtlichen Partnern befragt worden waren.

Außer bei den 16- bis 24-jährigen Männern war die sexuelle Aktivität in allen Altersgruppen zurückgegangen. Der Trend zu weniger häufigem Sex war hauptsächlich auf verheiratete oder zusammenlebende Paare zurückzuführen. Bei Singles beobachteten die Forscher keinen so starken Rückgang. Gerade unter verheirateten und zusammenlebenden Personen besteht jedoch häufig der Wunsch nach mehr Sex.

Als mögliche Ursachen nennen die Autoren Stress und Zeitmangel durch den Spagat, Arbeit, Familienleben und Freizeit miteinander in Einklang zu bringen. Auch die zunehmende Ablenkung durch soziale Medien und die globale Rezession von 2008 könnten sich ausgewirkt haben. Abschließend stellen sie fest: "Wenn die Häufigkeit sexueller Kontakte als ein Barometer für eine allgemeinere menschliche Verbundenheit dient, könnte der Rückgang als beunruhigender Trend angesehen werden. Die Abnahme der sexuellen Aktivität ist interessant, noch nicht geklärt und bedarf weiterer Nachforschungen."

ZOU

Quelle: DOI 10.1136/bmj.l1525

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