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Kinder können einiges von Zeichentrickfilmen lernen.

Forscher haben untersucht, was Kinder von Trickfilmen mitnehmen.
© iStock.com/LSOphoto

Mi. 10. Juli 2019

Was Kinder von Zeichentrickfilmen lernen können

Forscher der Universität Baskenland haben untersucht, ob Zeichentrickfilme für Kinder zur Vermittlung von Werten und erzählerischen Fähigkeiten geeignet sind. Sie stellten fest, dass dies durchaus der Fall ist, der Aufbau der Filme dafür aber eine große Rolle spielt: Bei Filmen mit narrativem Aufbau ist es für die Kinder leichter, die enthaltenen Werte zu erfassen und die Handlung später detailliert wiederzugeben.

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Für die Studie sahen sich Schüler der dritten (8 bis 9 Jahre) und sechsten Klasse (11 bis 12 Jahre) zwei beliebte Zeichentrickfilme an, die wegen der hohen Zuschauerzahlen in den Zielgruppen ausgewählt worden waren: Die japanische Mangaserie "Doraemon" mit und der französische Cartoon "Code Lyoko" ohne erzählerischen Aufbau. Anschließend sollten die Kinder erzählen, woran sie sich erinnerten und welche Werte sie wahrgenommen hatten. Die Berichte der Schüler, die einen Film mit erzählerischem Aufbau gesehen hatten, waren deutlich länger und detaillierter, und die enthaltenen Werte wurden mühelos wahrgenommen. Bei den nicht-narrativen Filmen waren die Beschreibungen der Kinder dagegen kurz, verändert, und der Schwerpunkt lag fast ausschließlich auf den Handlungsabläufen. Die Kinder hatten hier größere Schwierigkeiten, die Werte eines Themas wahrzunehmen.

Während die Schüler bei den nicht-narrativen Zeichentrickfilmen ständigen Blickkontakt zum Bildschirm hielten, ließen Zeichentrickfilme mit einer erzählenden Struktur Aufmerksamkeitsunterbrechungen zu. Bei ihnen kann der Zuschauer wählen, worauf er achtet, es handelt sich um eine "freiwillige" Aufmerksamkeit, so die Erklärung der Autoren. "Die erzählerischen Zeichentrickfilme, die wir analysiert hatten, haben dieselbe Struktur wie klassische Geschichten mit Einleitung, Kern und Auflösung. Der rote Faden kann leicht verfolgt werden." In den nicht-narrativen Filmen wechseln die Charaktere dagegen fortlaufend von einer Alltagsatmosphäre in eine virtuelle Situation, und die beobachtende Person hat eher Schwierigkeiten, die Gründe und Folgen zu verstehen.

ZOU

Quelle: DOI 10.6018/analesps.35.2.331441

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