Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Jeden zweiten Tag fasten: Was passiert?

Aktuelles

Jeden zweiten Tag auf Nahrung zu verzichten, verlangsamt den natürlichen Alterungsprozess.

An Fastentagen sind nur kalorienfreie Getränke wie Wasser erlaubt.
© Informationsbüro Heilwasser

Do. 29. August 2019

Das passiert, wenn man jeden zweiten Tag fastet

Jeden zweiten Tag überhaupt nichts zu essen, wirkt natürlichen Alterungsprozessen entgegen und führt zu einer Gewichtsabnahme. Das zeigt jetzt eine Studie mit normalgewichtigen Teilnehmern, die im Fachblatt "Cell Metabolism" erschienen ist.

Anzeige

Intervallfasten liegt im Trend: Fastende verzichten dabei während gewissen Zeiten auf feste oder flüssige Nahrung. Eine häufige Form ist die 5:2-Diät, bei der es zwei feste Fastentage pro Woche gibt und fünf Tage, an denen alles erlaubt ist. Noch radikaler ist das alternierende Fasten (Alternate Day Fasting, ADF), bei dem alle zwei Tage gar keine Kalorien aufgenommen werden sollen. Diese Diätform untersuchte nun ein Forscherteam um Dr. Slaven Stekovic von der Universität Graz hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf verschiedene Marker des Alterns. Teilnahmevoraussetzung für die Studie war, dass die Personen nicht übergewichtig waren, sondern einen normalen Body-Mass-Index (BMI) hatten.

Dabei zeigte sich: Personen, die vier Wochen lang ADF machten, nahmen unter dem Strich 37 Prozent weniger Kalorien auf und verloren durchschnittlich 3,5 Kilogramm. Zusätzlich reduzierte sich das Bauchfett und andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Blutdruck und Puls wurden positiv beeinflusst. In der Vergleichsgruppe ernährten sich die Teilnehmer weiter auf übliche Weise, was nicht zu einer nennenswerten Gewichtsabnahme führte.

Die Fastenden wurden anschließend über ein halbes Jahr beobachtet. Während dieser Zeit zeigten sich keine Nebenwirkungen: So blieb ein negativer Effekt auf die Knochendichte aus, der Spiegel des Alters-assoziierten Entzündungsmarkers sICAM-1 sank ebenso wie der Cholesterinspiegel und der Wert des Schilddrüsenhormons Triiodthyronin. Frühere Studien hätten Hinweise darauf geliefert, dass hinter der verbesserten Herzgesundheit und der lebensverlängernden Wirkung eine Herunterregulierung des Stoffwechsels durch die Schilddrüse stecken könnte. Dies gelte jedoch auch für herkömmliche Diäten, bei denen die Kalorienmenge ebenfalls reduziert wird. Um festzustellen, welche der beobachteten Effekte tatsächlich auf das ADF zurückgehen und welche schlicht auf die Kalorienreduktion, fordern die Wissenschaftler weitere Untersuchungen.

Für die Praxis lassen sich dennoch zwei wichtige Botschaften ableiten: ADF ist auch über einen Zeitraum von sechs Monaten sicher und führt zu einer besseren Gesundheit und einer Gewichtsreduzierung. Wegen möglicher Auswirkungen auf die Schilddrüse sollte es jedoch nicht ohne ärztliche Kontrolle erfolgen.

am/PZ/NK

Quelle: DOI 10.1016/j.cmet.2019.07.016

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen