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Wer einen Hörverlust nicht behandeln lässt, erkrankt eher an Demenz oder Depression.

Für die Gesundheit lohnt es sich aus diversen Gründen, Schwerhörigkeit mit einem Hörgerät auszugleichen.
© iStock.com/PIKSEL

Mo. 09. September 2019

Hörgerät senkt Risiko für Demenz, Depression und Stürze

Wer seine Schwerhörigkeit ignoriert, hat laut einer neuen Studie der Universität Michigan in den USA ein höheres Risiko, in den nächsten drei Jahren zu stürzen oder an Demenz, Depression oder einer Angststörung zu erkranken.

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In der Studie zeigte sich auch, dass selbst unter den krankenversicherten Studienteilnehmern mit diagnostiziertem Hörverlust nur zwölf Prozent tatsächlich ein Hörgerät bekamen, Männer (13,3 Prozent) etwas häufiger als Frauen (11,3 Prozent). Bei der Betrachtung der folgenden drei Jahre nach der Diagnose "Hörverlust", fanden die Forscher klare gesundheitliche Unterschiede zwischen denjenigen, die ein Hörgerät benutzten und denjenigen, die ihre Schwerhörigkeit nicht behandeln ließen: Das Risiko, innerhalb dieser Zeit an Demenz oder der Alzheimer-Krankheit zu erkranken, war bei Hörgeräteträgern 18 Prozent niedriger. Das Risiko für Depressionen oder Angstzustände war um elf Prozent reduziert und das für behandlungsbedürftige sturzbedingte Verletzungen war 13 Prozent niedriger.

Die Gründe hierfür könnten im Verlust von sozialen Interaktionen, der Unabhängigkeit, des Gleichgewichts und einer geringeren Stimulation des Gehirns liegen. Einige Forscher glauben, dass fehlende Signale vom Ohr an das Gehirn und der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit miteinander zusammenhängen und Teil desselben Alterungsprozesses sein könnten.

Die Ergebnisse stammen aus einer Auswertung von Versicherungsdaten von fast 115.000 Personen ab 66 Jahren aus den Jahren 2008 und 2016. Dr. Elham Mahmoudi, Gesundheitsökonomin in der Abteilung für Familienmedizin der Universität Michigan, sagte: "Obwohl nicht behauptet werden kann, dass Hörgeräte diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen komplett verhindern, könnte bereits eine Verzögerung des Ausbruchs von Demenz, Depression und Angstzuständen sowie das Risiko schwerer Stürze für den Patienten sehr bedeutsam sein."

ZOU

Quelle: DOI 10.1111/jgs.16109

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