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In Deutschland wurde der sogenannte Elektrofischkatheter zur Therapie von Herzrhythmusstörungen mitentwickelt.

Prof. Dr. Reza Wakili (hinten) hat als erster Arzt in Deutschland den sogenannten Elektrofischkatheter für Eingriffe am Herzen eingesetzt, der die Therapie von Herzrhythmusstörungen schneller und sicherer machen soll.
© Universitätsklinikum Essen

Di. 08. Oktober 2019

Elektrofischkatheter: Neue Therapie bei Herzrhythmusstörungen

Die Zahl der Menschen, die unter Herzrhythmusstörungen leiden, ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Grund dafür ist die steigende Lebenserwartung. Technische Innovationen wie der in Deutschland mitentwickelte Elektrofischkatheter werden bei der Therapie daher immer wichtiger.

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Bei vielen Krankheitsbildern, unter anderem bei Herzrhythmusstörungen, hat sich ein minimal-invasives Katheterablationsverfahren mittlerweile neben der Gabe von Medikamenten als Behandlungsmöglichkeit etabliert. Der Einsatz des Elektrofischkatheters während eines solchen Eingriffs verspricht zusätzliche Vorteile für die Patienten.

Bei der neu entwickelten Technik haben sich Mediziner die Fähigkeiten des Elefantenrüsselfisches zum Vorbild genommen: Das auf dem afrikanischen Kontinent anzutreffende, nachtaktive Tier orientiert sich im dunklen Wasser mit Hilfe elektrischer Ströme. Auf ähnliche Weise funktioniert der Elektrofischkatheter: Um die Spitze des Katheters herum erzeugen Elektroden ein elektrisches Feld zur Detektion. "In der Praxis erinnert das an ein Radarsystem oder eine Einparkhilfe – nur eben innerhalb des Herzens, um defekte Herzmuskelzellen aufzuspüren und zu veröden", erklärt Professor Dr. Reza Wakili, Oberarzt am Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum der Universitätsmedizin Essen.

2015 hatten zwei US-amerikanische Ingenieure die Technik auf der Suche nach einer neuen Umfeld-Diagnostik angestoßen. Bereits knapp drei Jahre später erhielt der Elektrofischkatheter die Zulassung in Europa. Mittels der neuen Methode kann die Bewegung des Herzens während der Behandlung genau nachempfunden werden. Dadurch wird es möglich, den Katheter an die richtige Stelle zu bringen. Da die Muskelzellen im Vergleich zu Flüssigkeiten einen hohen elektrischen Widerstand aufweisen, lässt sich abschätzen, ob der Katheter komplett von Gewebe umgeben ist und wie fest die Spitze des Verödungsinstruments bereits auf das Areal drückt. Hierbei bestand in der Vergangenheit die Gefahr, die Herzwand bei zu viel Krafteinsatz zu perforieren.

Am Universitätsklinikum Essen wurden seit der Einführung etwa 200 Patienten erfolgreich mit dem Elektrofischkatheter behandelt.

NK

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