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Mädchen haben identische mathematische Fähigkeiten wie Jungen.

Dass Mädchen mit naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathematik mehr Probleme haben als Jungen, ist ein Mythos.
© gpointstudio/iStockphoto

Mo. 18. November 2019

Mädchen haben die gleichen Mathe-Fähigkeiten wie Jungen

Immer noch existiert das Vorurteil, dass Frauen mehr Schwierigkeiten in naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik hätten. An unterschiedlichen Gehirnfunktionen oder Voraussetzungen liegt es aber nicht, zeigt eine Studie in der Zeitschrift Science of Learning.

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Das Forschungsteam der Carnegie Mellon University in den USA hat keine geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Gehirnfunktion oder den mathematischen Fähigkeiten bei Jungen und Mädchen finden können. Mit bildgebenden Verfahren stellten sie die Gehirnaktivität von 104 Kindern zwischen drei und zehn Jahren dar und verglichen, welche Veränderungen durch altersgerechte Lehrvideos über Zählen und Addieren zu beobachten waren.

Es gab bei Mädchen und Jungen weder Unterschiede in der Gehirnentwicklung noch in der Verarbeitung der Lehrvideos, und beide Geschlechter zeigten ein identisches Interesse an den Videos. Tests zur Erfassung der frühkindlichen mathematischen Fähigkeiten ergaben ebenfalls gleichwertige Ergebnisse.

Vorurteile und Erziehung könnten Mädchen verunsichern

Studienleiterin Jessica Cantlon glaubt, dass Gesellschaft und Kultur Mädchen und junge Frauen von den naturwissenschaftlichen Fächern fernhalten. Sie verweist auf frühere Studien, in denen gezeigt wurde, dass Jungen in ihrer Kindheit mehr Zeit mit Spielen verbringen, die die räumliche Wahrnehmung trainieren. Auch würden sich viele Lehrer Jungen während des Matheunterrichts mehr zuwenden und ihnen spätere Erfolge in dem Fach voraussagen. Kinder erfassen und übernehmen zudem die Erwartungen ihrer Eltern.

"Die typische Sozialisation kann kleinste Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen verschärfen", sagte Cantlon. "Wir müssen uns dieser Ursprünge bewusst sein, um sicherzustellen, dass wir nicht die Ursachen für die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten sind."

ZOU

Quelle: DOI 10.1038/s41539-019-0057-x

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