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Migräne-Patienten sind oft schlecht versorgt.

Typisch für Migräne sind sehr starke, einseitige Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Lärm- und Lichtempfindlichkeit.
© dragana991/iStockphoto

Di. 19. November 2019

Migräne-Patienten: Diagnose dauert oft lange

Schmerzgeplagte Menschen mit Migräne brauchen Geduld, bis die richtige Diagnose und Behandlung gefunden ist. Oft suchen sie mehrere Ärzte auf und warten auf Untersuchungen, die gar nicht notwendig sind. Darunter leidet nicht nur ihre Lebensqualität, sondern es kostet auch Zeit und verursacht unnötige Kosten.

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Für Migräne gibt es eine Leitlinie, in der Standards genannt werden, nach denen die Erkrankung diagnostiziert und behandelt wird. Doch in der Realität halten sich daran nicht alle Ärzte. Privatdozentin Dr. med. Stefanie Förderreuther, Präsidentin der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, verweist auf eine Studie, die am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf durchgeführt worden war. Darin zeigte sich, dass etwa ein Drittel der Patienten, die die Kopfschmerzambulanz in Hamburg aufgesuchten, keine leitliniengerechte Behandlung erhalten hatten: "Diese Ergebnisse zeigen den großen Bedarf einer Verbesserung der Migräneversorgung."

CT und MRT sind bei Migräne nicht notwendig

So dauert es häufig zu lange, bis die Diagnose gestellt wird. Auf dem Weg dahin suchen die Patienten meist mehrere Ärzte auf: zu 89,5 Prozent einen Hausarzt und in 74,9 Prozent der Fälle einen Neurologen. Auch Orthopäden werden oft befragt, obwohl die Nackenschmerzen, die bei Migräne auftreten können, nichts mit der Halswirbelsäule zu tun haben. Bei Patienten mit typischen Migränesymptomen sind Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) für die Diagnose nicht erforderlich, werden aber trotzdem in mehr als der Hälfte der Fälle (54,2 Prozent bzw. 51,4 Prozent) durchgeführt. "Bildgebende Untersuchungen beruhigen Patienten und Arzt gleichermaßen. Patienten fordern oft ein CT oder MRT ein, weil sie sich schwer vorstellen können, dass so schwere Kopfschmerzen ohne krankhafte Befunde am Gehirn auftreten können", erläutert Förderreuther.

Medikamente zur Vorbeugung werden selten verschrieben

Manche Patienten schlucken viele Medikamente, um im Alltag zurechtzukommen. Was die meisten nicht wissen: So ein Übergebrauch trägt dazu bei, dass die Kopfschmerzen sich verstärken und chronisch werden. Deshalb ist es wichtig, den Übergebrauch zu erkennen und zu behandeln. Umgekehrt bekommen viele Patienten trotz entsprechender Voraussetzungen keine geeigneten Medikamente zur Vorbeugung von Migräneattacken, obwohl so eine Therapie vielen gut hilft und in der Regel gut vertragen wird.

ZOU

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