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Ein Google-Programm schlägt Ärzte bei der Diagnose von Brustkrebs.

Eine Mammografie liefert nicht immer eindeutige Ergebnisse. Computerprogramme könnten Ärzten künftig bei der Auswertung helfen.
© iStock.com/thomasandreas

Di. 07. Januar 2020

Brustkrebs: Google ist Ärzten bei der Diagnose voraus

Mitarbeiter des Unternehmens Google Health haben ein Programm entwickelt, dass Mammografien auswertet. Das System mit Künstlicher Intelligenz (KI) stellte die Diagnose Brustkrebs mit höherer Treffsicherheit als spezialisierte Ärzte. Dennoch sehen die Studienautoren das Programm nicht als Ersatz für menschliche Beurteiler, sondern als Ergänzung.

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Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen und eine Mammografie nach wie vor die beste Methode, um die Krankheit zu diagnostizieren. Entsprechend häufig wird diese Untersuchung durchgeführt: laut der Publikation im Fachjournal "Nature" allein in den USA und Großbritannien zusammen jährlich mehr als 42 Millionen Mal. All diese Mammografien müssen von qualifizierten Spezialisten ausgewertet werden – ein Engpass, wie die Forschergruppe um Scott Mayer McKinney schreibt. Die Tatsache, dass es zu wenige Mammografie-Experten gebe, gefährde die Verfügbarkeit und Angemessenheit von Brustkrebs-Screeningprogrammen auf der ganzen Welt. Aus ihrer Sicht könnte KI dabei helfen, die Lücke zu schließen.

Künstliche Intelligenz ist Menschen überlegen

Die Studienautoren testeten ihr Programm unter realistischen Bedingungen anhand von Mammografien in zwei Datenbanken aus den USA und Großbritannien. Verglichen mit menschlichen Untersuchern hatte das Computerprogramm sowohl eine bessere Sensitivität als auch Spezifität: Bei den US-amerikanischen Patientinnen stellte es 5,7 Prozent weniger falsch positive Diagnosen und 9,4 Prozent weniger falsch negative. Bei den britischen Patientinnen war der Unterschied mit 1,2 Prozent weniger falsch positiven und 2,7 Prozent weniger falsch negativen Diagnosen geringer, aber immer noch vorhanden.

In einer weiteren Untersuchung machten die Autoren den direkten Vergleich zwischen Mensch und Maschine, indem sie die Ergebnisse von sechs Radiologen mit denen des Programms verglichen. Dieser fiel klar zugunsten des Computers aus: Die Diagnosegenauigkeit war durchschnittlich 11,5 Prozent größer.

System soll Ärzte unterstützen

Die Grundgenauigkeit ihres Programms sei hoch, folgern die Autoren aus ihren Ergebnissen, und sie lasse sich durch Anpassung an bestimmte Gegebenheiten noch steigern. Ein mögliches Einsatzgebiet sehen sie in der Zweitbegutachtung von Mammografien. Indem die KI die eindeutigen Fälle vorsortiert und lediglich die schwierigen Fälle dem Zweitgutachter vorlegt, könnten diesem 88 Prozent seiner Arbeitslast abgenommen werden, so ihre Berechnung.

am/PZ/NK

Quelle: DOI 10.1038/s41586-019-1799-6

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