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Statine könnten zusätzlich vor Krebs schützen.

Wer cholesterinsenkende Medikamente einnimmt, könnte davon gleich in mehrfacher Hinsicht profitieren.
© iStock.com/PIKSEL

Do. 09. Januar 2020

Schutz vor Krebs: Haben Statine eine doppelte Wirkung?

Statine sind Medikamente, die vor Herzerkrankungen schützen, indem sie den Cholesterinspiegel senken. Es mehren sich Beweise dafür, dass Menschen, die regelmäßig Statine einnehmen, gleich in doppelter Hinsicht davon profitieren: Es sieht ganz danach aus, dass die Medikamente zusätzlich vor verschiedenen Krebserkrankungen schützen.

Langzeitstudien weisen darauf hin, dass Menschen, die Statine einnehmen, seltener an Prostatakrebs erkranken und nach einer Brust-, Darm-, Nieren- oder Lungenkrebsdiagnose länger leben als Menschen, die keine Statine einnehmen.

Eine ähnliche Beobachtung machte Prof. Chiara Melloni aus North Carolina, die auf der Jahrestagung der Amerikanischen Herzgesellschaft Daten von 29.498 Darmkrebspatienten präsentierte: Wenn diese zum Zeitpunkt der Diagnose Statine eingenommen hatten, dann hatten sie im Vergleich zu denjenigen, die keine einnahmen, in der Nachuntersuchung fünf Jahre später eine geringere allgemeine Sterblichkeit und ein um 38 Prozent reduziertes Risiko, an Darmkrebs zu sterben.

Besserer Schutz vor Krebs als vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Besonders auffällig war, dass Statine in der Studie sogar besser vor dem Tod durch Darmkrebs schützten als vor einem Herzinfarkt oder Schlaganfall: Die Einnahme eines Statins verringerte das Risiko für einen Herzinfarkt um neun Prozent und das für einen Schlaganfall um 23 Prozent. "Die vorläufigen Ergebnisse bestätigen, dass Statine einen Vorteil für das Gesamtüberleben von Darmkrebspatienten haben können", folgerte Melloni.

Fachleute nehmen an, dass der positive Nebeneffekt mit der Funktionsweise der Statine begründet werden kann: Die Medikamente blockieren ein Enzym namens HMG-CoA, das der Körper benötigt, um Cholesterin zu produzieren. Das Enzym spielt aber auch im Wachstumszyklus von Zellen eine Rolle, sodass bei der Blockade möglicherweise auch das Wachstum von Krebszellen gehemmt wird. Ob diese Theorie stimmt, muss in weiteren Experimenten und klinischen Studien noch geklärt werden.

ZOU

Quelle: DOI 10.1161/circ.140.suppl_1.15660

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