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Besonders in den ersten Monaten nach der Diagnose einer neurologischen Erkrankung ist das Suizidrisiko erhöht.

Besonders in den ersten Monaten nach der Diagnose einer neurologischen Erkrankung ist das Suizidrisiko erhöht.
© iStock.com/mheim3011

Mi. 05. Februar 2020

Mehr Suizide unter Menschen mit neurologischen Erkrankungen

Eine Studie aus Dänemark zeigt, dass Menschen mit neurologischen Erkrankungen, z. B. Multiple Sklerose oder Epilepsie, etwa doppelt so häufig einen Suizid begingen als Menschen ohne solche Störungen. Bei besonders schwerwiegenden Erkrankungen stieg das Risiko sogar vier- bis fünffach an.

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Während die Suizidrate in der dänischen Allgemeinbevölkerung bei etwa 20 pro 100.000 Personenjahren lag, betrug sie bei Menschen mit neurologischen Erkrankungen etwa 40 pro 100.000 Personenjahre. Etwa eine von 150 Personen, bei denen eine neurologische Störung diagnostiziert wurde, starb durch Suizid. Die Studie basiert auf Daten von 7,3 Millionen Personen, die über 37 Jahre dokumentiert wurden. In dieser Zeit starben 35.483 durch Suizid, darunter überdurchschnittlich viele Männer (77,4 Prozent). Die Ergebnisse veröffentlichte die Fachzeitschrift JAMA.

Bei Patienten mit einer neurologischen Erkrankung war das Risiko um etwa 75 Prozent erhöht. Menschen mit schweren Erkrankungen starben noch häufiger an Suizid: Unter Personen mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) waren es 4,9-mal mehr als in der Allgemeinbevölkerung. "Diese Erkenntnisse können uns helfen, effektive Präventionsmaßnahmen zu gestalten", sagte Dr. Annette Erlangsen, die die Forschungen am Dänischen Forschungsinstitut für Suizidprävention leitete.

Besonders häufig kam es in den ersten Monaten nach der Diagnose zum Suizid, in dieser Zeit war das Risiko etwa dreifach höher als unter Gesunden. "Menschen haben möglicherweise Schwierigkeiten, die Folgen einer neu diagnostizierten chronischen Störung zu verstehen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Darüber hinaus könnten psychische Störungen sowie soziale und Beziehungsfaktoren eine Rolle spielen", erklärte Dr. Elsebeth Stenager, Professorin für Sozialpsychiatrie an der Universität Süddänemark.

ZOU

Quelle: DOI 10.1001/jama.2019.21834

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