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Ein resistenter Pilz nutzt Eisenspeicher, um sich zu ernähren und auszubreiten.

Nicht nur Bakterien können Resistenzen gegen Medikamente entwickeln, sondern auch Pilze, die den Menschen befallen.
© iStock.com/SeventyFour

Do. 20. Februar 2020

Pilz zapft Eisenreserven bei Menschen an

Unter Pilzen gibt es Vertreter, die gegen verschiedene Medikamente resistent sind. Einer von ihnen ist der Pilz Candida glabrata, der Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährlich werden kann. Forscher aus Wien haben nun herausgefunden, dass der Pilz Eisenreserven ausnutzen kann. Wenn es gelingt, dies zu unterbinden, könnte man den Erreger quasi aushungern.

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Unser Körper braucht Eisen, um den Blutfarbstoff Hämoglobin herzustellen, mit dem Sauerstoff im Körper transportiert wird. Viele Krankheitserreger sind ebenfalls auf Eisen angewiesen. Deshalb haben Fresszellen, die Erreger bekämpfen, spezielle Fähigkeiten, um ihnen Eisen und andere Nährstoffe vorzuenthalten.

Eisentransporter blockieren und Pilz aushungern

Wissenschaftler aus Wien haben nun gezeigt, dass ein Botenstoff des Immunsystems, der bei einer Infektion mit Candida glabrata ausgeschüttet wird, diese Fähigkeit stört. Zusätzlich haben sie zwei Transportmoleküle in dem Pilz gefunden, die für die Eisenaufnahme zuständig sind. Wenn diese Eisentransporter lahmgelegt werden, stirbt der Erreger ab. Jetzt besteht die Hoffnung, dass Wirkstoffe gefunden werden, die die Eisentransporter des Pilzes blockieren und der Krankheitserreger auf diese Weise ausgehungert werden kann.

Für ältere, durch Erkrankungen geschwächte Menschen oder Patienten, deren Immunsystem etwa nach einer Transplantation unterdrückt wird, kann eine Infektion mit Candida glabrata lebensgefährlich werden. Fresszellen können zwar bis zu 50 Pilzzellen aufnehmen, der Pilz kann jedoch im inneren der Fresszelle monatelang überleben und sogar noch wachsen. Wenn die Fresszelle zugrunde geht, werden die Pilzzellen freigesetzt und verstärken die Infektion.

ZOU

Quelle: DOI 10.1016/j.chom.2020.01.023

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