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Zwanghafte Sportler haben mehr Verletzungen.

Wer Warnsignale seines Körpers ignoriert oder nicht mehr wahrnimmt, verletzt sich häufiger ernsthaft.
© iStock.com/lzf

Mo. 09. März 2020

Zwanghafte Läufer haben mehr Verletzungen

Immer mehr Menschen schnüren ihre Sportschuhe und profitieren von den gesundheitlichen, psychologischen und sozialen Vorteilen des Laufens. Bei manchen wird aus der Leidenschaft aber ein zwanghaftes Verhalten, das nicht nur zu einer Leistungssteigerung führt, sondern auch vermehrt zu Verletzungen.

Forscher aus den Niederlanden haben 246 Freizeitläufer im Alter von 19 bis 77 Jahren nach ihrer Leidenschaft für das Laufen befragt. Wenig überraschend war, dass sich obsessive Läufer, bei denen der Sport viele Lebensbereiche dominierte, weitaus mehr Verletzungen zuzogen als jene, die die Sache entspannter angingen.

Läufer, denen es gut gelang, den Sport in ihr Leben zu integrieren, nahmen frühe Warnsignale für Verletzungen besser wahr und legten bei Bedarf Pausen ein. Die zwanghaften Läufer ignorierten dagegen häufig die Notwendigkeit für eine ausreichende Erholung nach dem Training und konnten sich mental schlechter vom Sport lösen, selbst wenn ihnen das Laufen schadete. Durch ihre Herangehensweise steigerten sie zwar ihre Leistungen, jedoch um den Preis von deutlich mehr Verletzungen.

Frauen verletzen sich häufiger

Alter und Geschlecht spielten dabei auch eine Rolle: Ältere Läufer konnten sich nach einem Lauf mental viel schneller lösen und erholen als Personen zwischen 20 und 34. Frauen waren insgesamt anfälliger für laufbedingte Verletzungen.

"Wenn Laufen zwanghaft wird, führt es zu Problemen. Es kontrolliert das Leben der Person auf Kosten anderer Menschen und Aktivitäten und führt zu mehr Verletzungen im Zusammenhang mit dem Laufen. Die meisten dieser Verletzungen werden durch Überbeanspruchung oder durch unzureichende Genesung verursacht", sagt Studienleiter Prof. Jan de Jonge.

In den Niederlanden, wo die Studie durchgeführt wurde, ist Laufen neben Fußball die Sportart mit den meisten Verletzungen.

ZOU

Quelle: DOI 10.3390/ijerph17031044

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