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Mithilfe sternförmiger Partikel könnten Hautkrankheiten künftig besser behandelt werden.

Mithilfe von Stern-Partikeln könnten Wirkstoffe gegen Hautkrankheiten deutlich effektiver ans Ziel gelangen, ohne dass sie injiziert oder eingenommen werden müssen.
© gpointstudio/iStockphoto

Fr. 13. März 2020

Stern-Partikel für die Behandlung von Hautkrankheiten

US-Forscher haben sternförmige Partikel entwickelt, die die Wirkung von Medikamenten in Salben wesentlich verbessern könnten. Ihre winzigen Mikronadeln durchdringen die Hautbarriere und erlauben ein besseres Eindringen von Wirkstoffen.

Mit bloßem Auge erscheinen die etwa einen Millimeter großen Partikel wie ein Pulver, aber bei näherer Betrachtung sehen sie wie Sterne aus, denn auf ihrer Oberfläche befinden sich kleine Mikronadeln. Dieser "Sternenstaub" kann mit Wirkstoffen gegen Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, Warzen oder bestimmte Arten von Hautkrebs, die normalerweise gar nicht durch die Haut dringen würden, zu einer Salbe vermischt und an Ort und Stelle aufgetragen werden. Das könnte Injektionen oder das Einnehmen von Tabletten überflüssig machen: Durch Einreiben entstehen schmerzlos Mikroporen in der Hautoberfläche, die die Hautdurchlässigkeit für Medikamente um mehr als das 1000-fache erhöhen. Das berichten die Forscher des Georgia Institute of Technology im Fachblatt Nature.

Weniger Injektionen und Tabletten?

Auf diese Weise ist es gelungen, Mäuse mit einem Medikament gegen Hautkrebs zu behandeln, das normalerweise eingenommen werden muss und häufig starke Nebenwirkungen hat. Man konnte damit sogar impfen: Wurden die Partikel zusammen mit einem Tetanus-Impfstoff auf die Haut von Mäusen aufgerieben, erzeugte dies einen ebenso guten Schutz wie durch eine Injektion des Impfstoffs. Allerdings waren bei der Verabreichung durch die Haut größere Mengen Impfstoff erforderlich.

Die Stern-Partikel werden mit einer Lasertechnologie aus keramischen Materialien wie Titandioxid hergestellt, das auch Bestandteil von Sonnenschutzmitteln und anderen kosmetischen Produkten ist. Bei Versuchen an Menschen führte das Einreiben mit diesen Partikeln zu einem leichten Kribbeln – Schmerzen oder Hautreizungen wurden nicht beobachtet.

ZOU

Quelle: DOI 10.1038/s41591-020-0787-6

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