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Das Coronavirus ist Gesprächsthema Nummer 1.

Jeden Tag werden wir mit neuen Nachrichten über das neuartige Coronavirus überschüttet, die für Angst und Verunsicherung sorgen.
© iStock.com/Drazen Zigic

Mi. 18. März 2020

Coronavirus: Warum die Angst so groß ist

Das Coronavirus ist Gesprächsthema Nummer 1, und die Angst davor wird durch Schulschließungen, Beschränkungen des öffentlichen Lebens und leere Supermarktregale geschürt. Eine Psychologin erklärt, warum das Bedrohungsgefühl so stark ist und wie wir damit umgehen können.

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Coronavirus Mehr aktuelle Beiträge zu SARS-CoV-2 und Covid-19 finden Sie im Themenspecial Coronavirus auf aponet.de.

Bei vielen Menschen wächst die Angst vor den potentiellen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie. Prof. Dr. Nadia Sosnowsky-Waschek, Professorin für Gesundheits- und Klinische Psychologie an der SRH Hochschule Heidelberg, erläutert anhand von Beispielen, warum die Erkrankung als so bedrohlich wahrgenommen wird:

Jeden Tag wägen wir viele Male das Risiko für unsere Gesundheit ab, wenn wir Entscheidungen treffen, etwa ob wir eine Tüte Chips kaufen oder eine gelbe Ampel überfahren sollen. Da das Risiko als gering eingestuft wird, landen die Chips im Einkaufswagen und es wird Gas gegeben. Während wir solche alltäglichen Entscheidungen routiniert treffen, haben wir es zum ersten Mal mit einem neuartigen Virus zu tun, dessen Folgen für die eigene Person, die Familie und die Wirtschaft schlecht abzuschätzen sind.

Neue Risiken werden oft überschätzt

Menschen neigen dazu, gewohnte Risiken zu unterschätzen, seltene und neue hingegen zu überschätzen. Dazu kommt, dass die Ansteckung schlecht kontrollierbar ist: Einem Flugzeugabsturz kann man entgehen, indem man nicht fliegt. Bei dem Coronavirus weiß man hingegen vieles nicht genau, etwa welcher Abstand zur nächsten Person ausreicht, um sicher zu sein. Die vielen und manchmal widersprüchlichen Informationen tragen weiter zur Verunsicherung bei, und der Bewertungsprozess setzt uns unter Stress.

Routinen helfen in der aktuellen Situation

Sosnowsky-Waschek rät, sich dies bewusst zu machen und neue, hilfreiche Routinen zu entwickeln, beispielsweise gründliches Händewaschen, andere Begrüßungsrituale oder das Meiden von Menschenansammlungen. Auch ein positiver, flexibler Umgang mit der neuen Situation hilft: Ein gutes Buch lesen, zu Hause Fitnessübungen machen oder ein ausgedehntes Bad. Und zu guter Letzt: Manchmal ist es besser, sich eine Pause von den vielen Informationen und Nachrichten zu gönnen, indem man den Lifeticker abstellt.

ZOU

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