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Der Dampf von E-Zigaretten schadet der Lunge.

Forscher warnen: Der Dampf von E-Zigaretten ist giftiger, als er aussieht.
© iStock.com/licsiren

Mi. 02. September 2020

E-Zigaretten gefährden die Mundgesundheit

Beim Dampfen mit E-Zigaretten wird meist auf die Gefahren für Herz und Lunge hingewiesen. E-Zigaretten richten aber auch im Mund Schaden an: Sie stören das Mikrobiom und begünstigen die Entstehung von Zahnfleischentzündungen.

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Nikotin – egal ob herkömmlich geraucht oder gedampft – hemmt die Durchblutung des Zahnfleisches, was mitunter zu Entzündungen führt. Die Flüssigkeit in E-Zigaretten, die Propylenglykol, Benzol, Formaldehyd und andere Chemikalien enthalten kann, erhöht das Risiko zusätzlich.

Anfang des Jahres wurden in der Zeitschrift "iScience" Ergebnisse veröffentlicht, die zeigen, dass 43 Prozent der E-Zigaretten konsumierenden Menschen an Zahnfleischerkrankungen und oralen Infektionen leiden (aponet.de berichtete). Diese Zahl war bei Rauchern mit 73 Prozent höher, bei Nichtrauchern betrug sie jedoch nur 28 Prozent.

Dampf von E-Zigaretten sorgt für Entzündungsreaktion

Eine aktuelle Studie, die im Fachmagazin "Science Advances" veröffentlicht wurde, zeigt weitere Details: Den Ergebnissen zufolge sieht die Bakteriengemeinschaft im Mund bei Konsumenten von E-Zigaretten ähnlich aus wie bei Menschen mit Zahnfleischentzündungen, auch wenn es bei ihnen noch zu keiner Erkrankung gekommen war. "E-Zigaretten belasten die Bakteriengemeinschaften, die in Ihrem Mund leben. Die Bakterien hüllen sich in Schleim und sind dann keine ‚guten‘ Bakterien mehr, sondern starten die Entzündungsreaktion", erläutert Prof. Dr. Purnima Kumar vom Ohio State University College für Zahnmedizin. Zudem zeigte sich, dass Zahnfleischentzündungen, die eigentlich eher Erwachsene betreffen, vermehrt bei Jugendlichen auftreten, die E-Zigaretten konsumieren.

Die Forscher um Kumar sind an Bildungs- und Entwöhnungsprogrammen beteiligt, die junge Menschen davon überzeugen sollen, gar nicht erst nicht mit dem Dampfen zu beginnen oder damit aufzuhören. Zuerst lernen die Teilnehmer, dass der Dampf keine sichere Alternative zu Zigarettenrauch ist. "Sie hören ‚Dampf‘ und denken an Dampfgesichtsbehandlungen oder einen Teekessel. Es ist aber ein Aerosol wie Haarspray. Wenn ich kleine Kinder unterrichte, nehme ich kleine Dosen Haarspray und sage: ‚Ich möchte, dass ihr das in euren Mund sprüht‘", berichtet Kumar. "Wenn die Kinder das angeekelt ablehnen, frage ich: ‚Warum sollte man dann dampfen?‘"

ZOU

Quellen:

DOI 10.1016/j.isci.2020.100884

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