Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Wie Musik entstand

Aktuelles

Mutter und Tochter

Die enge Bindung zwischen Mutter und Kind soll zur Entwicklung der Musik geführt haben.
© Techniker Krankenkasse

Fr. 06. Mai 2011

Babysprache als Ursprung der Musik

Musik gehört zum Mensch-Sein wie auch die Sprache. Doch wo liegen ihre Anfänge in der Menschheitsgeschichte? Professor Dr. Richard Parncutt, Leiter des Zentrums für Systematische Musikwissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz, sieht den Ursprung der Musik in der "Babysprache" – der akustisch-gestischen Kommunikation zwischen Mutter und Säugling.

"Die Babysprache ist komplex, melodisch, rhythmisch und ausdrucksvoll – kurz: musikalisch", so Parncutt. Die Grundlage für diese Form der Verständigung sieht der aus Melbourne in Australien stammende Forscher in der Wahrnehmung der Mutter durch den Fötus. Bereits vier Monate vor der Geburt kann er den Herzschlag der Mutter, ihre Atmung und Stimme, ihre Schritte und ihre Magengeräusche hören. Über den Gleichgewichtssinn, die Haut und die eigene Körperwahrnehmung registriert er auch ihre Bewegungen.

Anzeige

"Alle diese Laut- und Bewegungsmuster sind abhängig vom Gefühlszustand der Mutter und erhalten damit für den Fötus eine emotionale Qualität", sagt Parncutt. "So können sie zur Grundlage für die Laut- und Bewegungsstruktur von Musik werden." Der Wissenschafter sieht in dieser vorsprachlichen, unbewussten Wahrnehmung den Ursprung von Musikalität als einzigartige menschliche Fähigkeit.

Babysprache ist charakterisiert durch die Übertreibung sprachlicher Tonhöhenvariationen. Gefühle stehen im Vordergrund, Begriffe werden vereinfacht, Wörter verkürzt. Besonders interessant findet Parncutt, dass das lautlich-gestische Vokabular dieser kodierten Kommunikation universell zu sein scheint. "Das stimmt mit der Theorie überein, dass der Fötus die Codes im Mutterleib erwirbt", findet der Forscher eine mögliche Erklärung.

KFU Graz/RF

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Tabak: 1,9 Millionen Herztode pro Jahr

20 Prozent aller Todesfälle durch die koronare Herzkrankheit gehen auf das Konto von Tabak.

Senioren sind heutzutage fitter

Vor 30 Jahren waren ältere Menschen lange nicht so leistungsfähig wie heute.

Gesund Essen ist wichtiger als der BMI

Eine gesunde Ernährung ist für die Gesundheit wichtiger, als die Zahl auf der Waage.

Schwangerschaft verzögert MS

Bei Frauen, die ein Baby kriegen, treten Symptome einer Multiplen Sklerose erst später auf.

Medikament gegen Magersucht

Ein Leptin-haltiges Arzneimittel könnte Patienten helfen, die unter einer Essstörungen leiden.

7 Punkte senken den Blutdruck

Wer sie im mittleren Alter beherzigt, hat später ein deutlich niedrigeres Risiko für Bluthochdruck.

Wie ähnlich sind sich Depression und Angst?

Immunsystem und Fettstoffwechsel der Patienten zeigen deutliche Unterschiede.

Weniger Kalorien, längeres Leben

Wie die Ernährung und die Körpertemperatur die Lebensdauer beeinflussen.

Achtsames Atmen gegen Bluthochdruck

Langsames und bewusstes Atmen mildert Stress und könnte auch den Blutdruck senken.

Sprachtherapie nach Schlaganfall

Eine neue Studie zeigt, dass eine kurze und intensive Therapie nicht unbedingt die beste ist.

Schadet Bluthochdruck dem Gehirn?

Hohe Blutdruck- und Blutzuckerwerte könnten die Denkgeschwindigkeit verlangsamen.

Männer sind häufiger nachtaktiv

Männer und Frauen haben oft einen unterschiedlichen Tagesrhythmus.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen